Zwischen Licht und Dunkelheit

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Das Cover von All die Farben, all das Licht ist zart und gleichzeitig ausdrucksstark. Die hellen Farben und das Spiel mit Licht greifen das zentrale Thema des Romans – das Sehen, Wahrnehmen und Festhalten von Momenten – sehr passend auf und machen sofort neugierig auf die Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Juna und Martha. Juna ist hochbegabt und träumt davon, Malerin zu werden, während ihr Augenlicht zunehmend schwindet. Martha hingegen steht oft im Schatten ihrer Schwester und sucht ihren eigenen Platz. Als sich Junas Diagnose verschlechtert, verändert sich alles: Die beiden müssen sich einander annähern, obwohl sie bisher kaum Verbindung hatten.

Der Schreibstil von Cora Wucherer ist einfühlsam und sehr nah an den Figuren. Besonders gelungen ist die Darstellung der unterschiedlichen Perspektiven der beiden Schwestern. Während Juna mit dem drohenden Verlust ihres Augenlichts kämpft, ringt Martha um Sichtbarkeit und Selbstwert. Diese Dynamik wirkt authentisch und verleiht dem Roman eine große emotionale Tiefe.

Die Figuren sind glaubwürdig und vielschichtig gezeichnet. Gerade die Beziehung zwischen Juna und Martha entwickelt sich nachvollziehbar und berührend. Ihre Konflikte, aber auch die vorsichtige Annäherung machen einen großen Teil der Spannung aus.

Für mich war das Buch besonders interessant, weil es die Themen auf eine sehr ehrliche und gleichzeitig zugängliche Weise behandelt.