Buch voller feiner Beobachtungen!

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amate Avatar

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Schon die ersten Seiten von Alle glücklich zeichnen ein eindringliches Bild einer scheinbar normalen Familie, in der jedoch vieles im Ungleichgewicht ist. Im Mittelpunkt steht Nina, eine Mutter, die zwischen Arztpraxis, Nebenjob im Supermarkt und dem Familienalltag zerrieben wird, während ihr Mann Alex Karriere macht. Ihre innere Erschöpfung und das Gefühl, finanziell wie emotional abhängig zu sein, sind leise, aber sehr eindringlich erzählt.

Parallel dazu erlebt man ihre beiden Kinder: Emilia, die sich in einer intensiven, fast rauschhaften ersten Liebe verliert, und Ben, der sich einsam, übersehen und in seine virtuelle Welt zurückgezogen fühlt. Besonders stark ist, wie unterschiedlich alle drei ihre Unsicherheiten und Sehnsüchte erleben – und wie wenig sie einander davon zeigen.

Der Schreibstil ist klar, nah an den Figuren und voller feiner Beobachtungen. Die Perspektivwechsel machen schnell deutlich, dass hier niemand wirklich „glücklich“ ist, auch wenn es nach außen so wirkt. Nach dieser Leseprobe möchte man unbedingt wissen, wie lange dieses fragile Familiengefüge noch hält – und was passiert, wenn die verdrängten Konflikte an die Oberfläche kommen. 📚✨