Was Familie zusammenhält – und leise auseinanderzieht
Schon die ersten Seiten von Alle glücklich von Kira Mohn zeichnen ein eindringliches Bild eines scheinbar funktionierenden Familienalltags. Nina organisiert den Morgen, kümmert sich um ihre Kinder, geht arbeiten – und trägt dabei eine stille Erschöpfung in sich, die sofort spürbar ist. Der Ton ist ruhig, genau beobachtend und von einer großen Alltagsnähe geprägt, die unmittelbar berührt.
Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel zwischen Mutter und Kindern. Emilia, sechzehn, erlebt ihre erste große Liebe mit einer Mischung aus Euphorie, Unsicherheit und dem starken Wunsch, alles richtig zu machen. Die Szenen mit Julian sind intensiv, körperlich und zugleich von einer verletzlichen Naivität durchzogen. Daneben steht Ben, der ältere Bruder, zurückgezogen, voller Selbstzweifel und Sehnsucht nach Nähe, die er nicht zu greifen weiß. Seine Gedanken wirken schmerzhaft ehrlich und sehr authentisch.
Was den Text so stark macht, ist das Ungesagte: Spannungen in der Ehe, unausgesprochene Erwartungen, Rollenbilder, finanzielle Abhängigkeiten und das Gefühl, im eigenen Leben irgendwann falsch abgebogen zu sein. Nichts wird laut benannt, aber alles ist da. Der Titel Alle glücklich bekommt dadurch schon in der Leseprobe eine feine, bittere Ironie.
Die Sprache ist klar, flüssig und unaufdringlich, aber voller emotionaler Tiefe. Kira Mohn gelingt es, familiäre Dynamiken so darzustellen, dass man sich selbst darin wiedererkennt – als Mutter, Tochter oder Sohn. Die Leseprobe hinterlässt das Gefühl, dass hier keine einfache Geschichte erzählt wird, sondern ein Roman über Nähe, Verantwortung und die Frage, wie viel vom eigenen Leben man für andere aufgibt.
Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieser Text zeigt, wie viel Sprengkraft im scheinbar Gewöhnlichen steckt – und weil er verspricht, ehrlich, feinfühlig und sehr nah am echten Leben zu bleiben.
Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel zwischen Mutter und Kindern. Emilia, sechzehn, erlebt ihre erste große Liebe mit einer Mischung aus Euphorie, Unsicherheit und dem starken Wunsch, alles richtig zu machen. Die Szenen mit Julian sind intensiv, körperlich und zugleich von einer verletzlichen Naivität durchzogen. Daneben steht Ben, der ältere Bruder, zurückgezogen, voller Selbstzweifel und Sehnsucht nach Nähe, die er nicht zu greifen weiß. Seine Gedanken wirken schmerzhaft ehrlich und sehr authentisch.
Was den Text so stark macht, ist das Ungesagte: Spannungen in der Ehe, unausgesprochene Erwartungen, Rollenbilder, finanzielle Abhängigkeiten und das Gefühl, im eigenen Leben irgendwann falsch abgebogen zu sein. Nichts wird laut benannt, aber alles ist da. Der Titel Alle glücklich bekommt dadurch schon in der Leseprobe eine feine, bittere Ironie.
Die Sprache ist klar, flüssig und unaufdringlich, aber voller emotionaler Tiefe. Kira Mohn gelingt es, familiäre Dynamiken so darzustellen, dass man sich selbst darin wiedererkennt – als Mutter, Tochter oder Sohn. Die Leseprobe hinterlässt das Gefühl, dass hier keine einfache Geschichte erzählt wird, sondern ein Roman über Nähe, Verantwortung und die Frage, wie viel vom eigenen Leben man für andere aufgibt.
Ich möchte unbedingt weiterlesen, weil dieser Text zeigt, wie viel Sprengkraft im scheinbar Gewöhnlichen steckt – und weil er verspricht, ehrlich, feinfühlig und sehr nah am echten Leben zu bleiben.