Die leisen Risse im Familiengefüge
Bei Tolstoi heißt es: „Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.“
Kira Mohn lässt uns selbst prüfen, ob in dieser Familie tatsächlich alle glücklich sind.
Indem sie uns die Perspektiven aller vier Familienmitglieder eröffnet, entsteht eine besondere Dynamik: Während des Lesens tendierte ich immer dazu, mich auf die Seite derjenigen Figur zu schlagen, deren Kapitel ich gerade vor mir hatte. Jede Sichtweise wirkt in sich schlüssig.
Was zunächst wie alltägliche Reibereien erscheint, entwickelt sich zunehmend zu größeren individuellen, aber auch familiären Konflikten. Rückblickend erkennt man: Die Anzeichen waren von Anfang an da.
Auch wenn Tolstoi sagt, jede Familie sei auf ihre eigene Weise unglücklich, hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass bestimmte Strukturen universell sind: Wenn Bedürfnisse nicht ausgesprochen werden, wenn jede*r vor allem um sich selbst kreist und kein Raum für wirklichen Austausch und gegenseitige Wertschätzung bleibt, entstehen Risse – leise zuerst, dann unübersehbar.
Das Ende mochte ich sehr. Eine einfache, vollständig aufgelöste Harmonie hätte nicht zu den fein ausgearbeiteten Entwicklungen gepasst, die Schritt für Schritt in die Katastrophe führen. Stattdessen rückt eine Figur noch einmal in ein neues Licht und genau das wirkt stimmig.
Der Schreibstil ist dabei durchgehend einnehmend. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der seine Charaktere kennt und ernst nimmt. Ich bin wirklich begeistert.
Kira Mohn lässt uns selbst prüfen, ob in dieser Familie tatsächlich alle glücklich sind.
Indem sie uns die Perspektiven aller vier Familienmitglieder eröffnet, entsteht eine besondere Dynamik: Während des Lesens tendierte ich immer dazu, mich auf die Seite derjenigen Figur zu schlagen, deren Kapitel ich gerade vor mir hatte. Jede Sichtweise wirkt in sich schlüssig.
Was zunächst wie alltägliche Reibereien erscheint, entwickelt sich zunehmend zu größeren individuellen, aber auch familiären Konflikten. Rückblickend erkennt man: Die Anzeichen waren von Anfang an da.
Auch wenn Tolstoi sagt, jede Familie sei auf ihre eigene Weise unglücklich, hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass bestimmte Strukturen universell sind: Wenn Bedürfnisse nicht ausgesprochen werden, wenn jede*r vor allem um sich selbst kreist und kein Raum für wirklichen Austausch und gegenseitige Wertschätzung bleibt, entstehen Risse – leise zuerst, dann unübersehbar.
Das Ende mochte ich sehr. Eine einfache, vollständig aufgelöste Harmonie hätte nicht zu den fein ausgearbeiteten Entwicklungen gepasst, die Schritt für Schritt in die Katastrophe führen. Stattdessen rückt eine Figur noch einmal in ein neues Licht und genau das wirkt stimmig.
Der Schreibstil ist dabei durchgehend einnehmend. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der seine Charaktere kennt und ernst nimmt. Ich bin wirklich begeistert.