direkt aus dem Leben gegriffen
Der Roman beschreibt eine oberflächlich betrachtet glückliche Familie, bestehend aus Nina, Alexander, und den beiden Kindern im Teenageralter Ben und Emilia. Wenn man genauer hinblickt, erkennt man, dass jede/r eigene Sorgen und unausgesprochene Wünsche mit sich herumschleppt, sich aber niemandem anvertrauen kann oder auch das Gefühl hat, dass sich irgendetwas nicht richtig anfühlt oder anders anfühlen sollte. Der Schreibstil ist emotional, reflektierend und direkt, indem die vier Familienmitglieder die Alltagssituationen aus ihrer jeweiligen Sichtweise erzählen. Somit erhält man als Leser*in ein vielschichtiges Bild der Familie mit all ihren schlummernden Problemen und Sorgen. Die Charaktere wirken dabei so authentisch, direkt aus dem Leben gegriffen und man kann als Leser*in die Hintergründe und Gedanken von allen von ihnen nachvollziehen. Interessant finde ich die Dynamik, die entsteht, sobald man ein kleines Puzzleteil in der Alltagsroutine verschiebt, sodass dies die gesamte Familiensituation in Bewegung bringt. Auffällig in dieser Familie ist auch, dass sie zwar in gewisser Weise miteinander kommunizieren, aber nichts sagen. Was die einzelnen Personen belastet, was stört, wo Unsicherheiten auftreten, wird nicht angesprochen. Sie befinden sich in einem Alltagstrott aus Arbeit und Alltag und den unausgesprochenen inneren Konflikten. Als Außenstehender hätte man ein anderes Bild von der Familie.
Der halboffene Schluss gefällt mir sehr gut. Es werden Veränderungen in Angriff genommen, ausgelöst durch eine tragische Situation, aber es gibt einen Ausblick auf Veränderung in naher Zukunft, wie auch immer sich diese gestalten wird. Es ist kein Roman, den man schnell zwischendurch liest, sondern einer der beschäftigt, zu Reflexionen anregt und auch im Nachhinein noch nachwirkt.
Der halboffene Schluss gefällt mir sehr gut. Es werden Veränderungen in Angriff genommen, ausgelöst durch eine tragische Situation, aber es gibt einen Ausblick auf Veränderung in naher Zukunft, wie auch immer sich diese gestalten wird. Es ist kein Roman, den man schnell zwischendurch liest, sondern einer der beschäftigt, zu Reflexionen anregt und auch im Nachhinein noch nachwirkt.