Ein Blick hinter die Fassade

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schmoekertante Avatar

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Nach außen hin sind sie eine normale Familie ohne Sorgen. Innerhalb der Familie sieht es aber ganz anders aus.

Kira Mohn gewährt mit ihrem neuen Roman „Alle glücklich“ tiefe Einblicke in eine scheinbar glückliche Familie. Immer abwechselnd erlebt der Leser die Geschichte aus Sicht eines anderen Familienmitglieds und kann so tief in die Gefühle und Gedanken der vier Protagonisten eintauchen. Dieser Wechsel der Blickwinkel war für mich sehr interessant und hat so gut die unterschiedlichen Interessen und Gefühle innerhalb der Familie eingefangen.

Die Charaktere in diesem Buch sind überzeugend dargestellt und ich konnte auch viele ihrer Gedanken und Handlungen gut nachvollziehen. Allerdings wurde es mir am Ende doch zu viel, was das Buch für mich dann etwas übertrieben und absurd wirken ließ. Auch waren manche Entwicklungen sehr vorhersehbar, so dass sie mich nicht wirklich überrascht haben. Jede der Personen hat so ihre Probleme und es ist schade, dass sie als Familie nicht in der Lage sind, darüber zu reden und sich gegenseitig zu unterstützen. Das was Familie ausmacht ist dieser Familie leider im Alltag abhanden gekommen.

Nina, seit neunzehn Jahren hauptberuflich Mutter, kommt nicht damit klar, dass ihre Kinder erwachsen werden und eigene Wege gehen. Das Loslassen fällt ihr sehr schwer, da sie sich hauptsächlich über diese Rolle definiert und gebraucht gefühlt hat. Erst als sie Anastasia kennenlernt, beginnt sie darüber nachzudenken, was sie eigentlich vom Leben will.
Alexander ist der typische Karieremann, der sich um Frau und Kinder keine Gedanken macht, weil ja alles läuft…bis es zu spät ist.
Ben ist eigentlich ein netter Typ, der zu viel vor seinem Computer hockt und daher das echte Leben verpasst. Und dann ist da noch Emilia, die ihren ersten richtigen Freund hat und erkennen muss, dass im wahren Leben nicht alles rosarot ist.

Fazit:
Insgesamt war „Alle glücklich“ ein interessanter Einblick hinter die Fassade einer scheinbar normalen Familie, der gegen Ende aber zu übertrieben wirkte.