Eine vermeintlich glückliche Familie

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timphilipp Avatar

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Die Autorin ist aufgrund ihrer Ausbildung – u.a. Studium der Psychologie und der Pädagogik – prädestiniert, einen Roman über eine Familie zu schreiben. Das ist ihr vorliegend gut gelungen. Sie skizziert eine vermeintlich glückliche deutsche Durchschnittsfamilie: Vater, Mutter und zwei halbwüchsige Kinder; der Vater der Haupternährer, die Mutter die Kümmerin im Alltagsleben mit einem Teilzeitjob, der Sohn Student und die Tochter Gymnasiastin. Das gemeinsame Abendessen ist heilig. Doch hinter diesem scheinbar glücklichen Familienleben offenbart sich recht schnell, dass jedes einzelne Familienmitglied Probleme mit sich herumträgt, die es alleine ausficht, ohne mit den anderen darüber zu sprechen; alle leben eigentlich nur nebeneinander her. Es wechseln sich kurze Kapitel ab, die jeweils in gleichbleibender Reihenfolge aus der Perspektive eines Familienmitglieds erzählt werden. So erfährt der Lesende oft, wie sich dieselbe Situation aus dem Blickwinkel der anderen darstellt. Es ist auch eine gehörige Portion Spannung im Spiel, die zum raschen Weiterlesen animiert. Denn die Ereignisse spitzen sich schnell zu und werden zum Selbstläufer.
Das Buch gibt Anlass zum Nachdenken, ob die eigene Familie möglicherweise nicht der fiktiven ähnelt und wie vielleicht gegengesteuert werden kann.