"Ich bin es leid, alles irgendwie zusammenzuhalten"

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alexibexi Avatar

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Ich war aufgrund des Titels und Themas des Buches total gespannt auf die Umsetzung und wurde nicht enttäuscht.

Kira Mohn schafft es durch die wechselnde POV in den verschiedenen Kapiteln jedes Familienmitglied greifbar zu machen und aufzuzeigen, wie jeder von ihnen eigentlich in seiner eigenen Welt lebt und es immer weniger Überschneidungspunkte gibt. Alle leben irgendwie aneinander vorbei und haben mit ihren eigenen Problemen und Sorgen zu kämpfen. Ich habe definitiv mit den Charakteren mitgefühlt, wobei ich vor allem oft wütend geworden bin. Meistens über die männlichen Vertreter in dieser Geschichte.

Kleine Kritikpunkte meinerseits sind, dass es sich bei allen Charakteren schon sehr extrem zugespitzt hat, was sicherlich für die Dramatik der Geschichte positiv war, aber dann doch hinterfragt werden muss, wie realistisch es ist, dass diese Probleme alle gleichzeitig in diesem Maß auf den Tisch kommen. Außerdem fand ich es schade, dass das Ende doch sehr abrupt war. Ich kann es ebenfalls für den dramaturgischen Aufbau verstehen und bin glaube ich einfach nur traurig, dass ich nicht weiß, wie es mit der Familie weiter geht :)

Fazit: Kurzweilige Familiengeschichte mit POV aller Familienmitglieder, die einen durch verschiedenste Emotionen führt und an die Seiten fesselt. Dramatisches und eher offenes Ende, aber insgesamt sehr zu empfehlen.