Jeder für sich

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mimi81 Avatar

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In dem neuen Roman „Alle glücklich“ von Kira Mohn wird eine scheinbar perfekt organisierte Familie beleuchtet. Der Leser blickt hinter die Fassade der Familie, bei der sich nach und nach Risse auftun. Vier Erzählstränge, die für die vier Mitglieder der Familie stehen, lassen den Leser am Alltag der Familie teilhaben. Es zeigt sich, dass alle vier ihr Päckchen zu tragen haben, jedoch es jeder für sich ausmacht. Die einzelnen Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte und regen den Leser mit ihren Handlungen zum Nachdenken an. Jedoch sind mir die gesellschaftlichen Themen der einzelnen Protagonisten zu oberflächlich sowie teilweise zu radikal und drastisch. Nina vermittelt eigentlich in ihrer Mutterrolle Zusammenhalt, Unterstützung und Verständnis. Sie ist jedoch zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie die Bedürfnisse ihrer Familie erahnen könnte oder sich selbst anderen anvertrauen könnte. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Der Leser kann sich sehr leicht in die jeweiligen Situationen reinversetzen. Insgesamt war das Ende jedoch für mich nicht konsequent zu Ende gedacht. Der Leser bleibt etwas in der Luft hängen.

Insgesamt hat mich der Roman zum Nachdenken angeregt – zeitgleich hat ihm jedoch Tiefe gefehlt. Dies kann auch an den wenigen Seiten liegen. Die Beleuchtung des modernen Familiengeflechts ist gut, mit Luft nach oben. 4/5 Sterne