Mehr Schein als sein

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bookworld91 Avatar

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Eine scheinbar perfekte Familie. Nach außen wirken sie vollkommen. Doch was steckt hinter der Fassade? Darum geht es in „Alle glücklich“.
Nina und Alex sind seit über 20 Jahren verheiratet. Sohn Ben studiert, Tochter Emilia findet sich gerade selbst. Doch zwischen MTA Stelle und Klinikjob, Uni und Partys liegen viele Geheimnisse. Geheimnisse, an denen sie drohen, zu zerbrechen…
Ich finde das Buch einfühlsam und spannend zu gleich. In authentischer, bildhafter Sprache bringt Kira Mohn uns die einzelnen Figuren näher. Interessant finde ich dabei die leisen Entwicklungen der Figuren. Emilia zum Beispiel ist anfangs verliebt und tut alles für ihren Freund, hinterher stellt sie ihr Verhalten in Frage.
Nina auf der anderen Seite ist pflichtbewusst und legt zum Beispiel Wert auf gemeinsame Abendessen, bleibt aufgrund ihrer Fürsorge jedoch schnell auf der Strecke und kann sich nicht selbst verwirklichen. Erst nach und nach nimmt sie sich ihre durchaus verdienten Freiheiten.
Ben ist in einer Drucksituation. Er ist unglücklich verliebt und wird nicht wahrgenommen. Zu Hause dagegen drängt sein Vater auf Mühe im Studium und entsprechende Leistungen. Nur beim zocken und einen mysteriösen Streamer fühlt er sich verstanden.
Insgesamt ist das Buch gut umgesetzt und mit Plottwists, die ich so nicht habe kommen sehen, spannend bis zum Schluss. Nur wenige Situationen sind überspitzt und in die Länge gezogen. Dennoch gebe ich fünf Sterne.