Nachhallender Familienroman

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freudeamlesen Avatar

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„Alle glücklich“ hat mich aufgrund des Titels neugierig gemacht, aber letztendlich hat der Inhalt dann überzeugt. Bereits nach kurzer Zeit war ich den Figuren so nah, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Es erzählt ruhig, aber gleichzeitig auch sehr eindringlich von einer Familie, in der nach außen alles normal wirkt, während innerlich vieles ins Wanken gerät.

Im Zentrum stehen Nina, ihr Mann Alexander und ihre Kinder Emilia und Ben. Jeder von ihnen kämpft mit eigenen Gedanken und Problemen. Nina fühlt sich festgefahren und beginnt, ihr Leben zu hinterfragen. Alexander lebt stark für seinen Beruf und merkt lange nicht, was zu Hause passiert. Emilia macht Erfahrungen in einer Beziehung, die wehtun, und Ben ringt mit sich selbst und damit, was von ihm als junger Mann erwartet wird. Durch die wechselnden Perspektiven versteht man alle Figuren immer besser.

Besonders gelungen fand ich, wie fein die Autorin die inneren Konflikte zeigt. Die Autorin Kira Mohn beschreibt sehr genau, wie Erwartungen und Rollenbilder Menschen prägen. Die Authentizität und Realitätsnahe hat mir sehr gut gefallen.

„Alle glücklich“ ist ein ruhiger und psychologischer Familienroman mit viel Gefühl und Tiefe. Für mich eine klare Empfehlung!