Zusammen ist man weniger - oder noch mehr - allein
Mutter, Vater, Sohn, Tochter: In perspektivisch abwechselnden Kapiteln geht es um die Mitglieder einer normalen deutschen Mittelschicht-Familie, die ALLE GLÜCKLICH sind… oder sein sollten… oder wenigstens so wirken müssten… es aber es nicht sind. Es sind alltägliche, typische Probleme, mit denen sie zu kämpfen haben, es geht um Selbstwert, um Beziehungen, um den Platz in der Gesellschaft und der Arbeitswelt und eben auch: den Stellenwert der Familie.
In die Hauptperson Nina, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten hauptsächlich um den Haushalt und die Kinder (die nun - mit 16 und 19 Jahren - merklich selbständig werden) gekümmert hat, konnte ich mich sofort hineinversetzen. Bei manchen Sätzen fühlte ich mich beinahe ertappt, weil sie auch von mir stammen könnten: „Bei uns ist es derzeit leider so, dass jeder für sich irgendwo in der Luft schwebt, und wenn wir tatsächlich mal aufeinandertreffen, gibt es meistens Streit.“ (S. 92)
Doch auch die Gedanken und Handlungen der anderen Familienmitglieder sind problemlos nachvollziehbar. Man merkt der Autorin an, dass sie sich mit Psychologie beschäftigt hat, so klar und einleuchtend, wie sie die Beweggründe ihrer Figuren aufdröseln kann. Außerdem ist ihr Schreibstil ist schnörkellos und flüssig, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Die sich abzeichnenden Tragödien lösen eine gewisse Beklemmung, aber gleichzeitig einen unaufhaltsamen Lesesog aus.
Die Probleme der vier nebeneinanderher lebenden Personen spitzen sich im Laufe des Romans zu und erreichen dramatische Dimensionen, die mir persönlich schon wieder zu übertrieben schienen. Ich hätte mir gegen Ende eine vielschichtigere Tiefe gewünscht statt der sich überschlagenden Ereignisse. Zugegebenermaßen ist es aber gerade diese Dramatik, die Nachhall erzeugt und unbequeme Themen aufzuwerfen weiß. Es regt an, ehrlich zu sein, sowohl zu den anderen als auch mit sich selber, und miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch – oder gerade dann! – wenn es weh tut.
„Alle glücklich“ ist ein Roman, der mit klaren Charakterzeichnungen und entwicklungsgetriebenem Plot den Lesebedürfnissen des breiten Publikums entgegenkommt. Er punktet mit großer Alltagsnähe und bietet viel Identifikationspotential, sowohl für junge als auch „mittelalterliche“ Erwachsene.
In die Hauptperson Nina, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten hauptsächlich um den Haushalt und die Kinder (die nun - mit 16 und 19 Jahren - merklich selbständig werden) gekümmert hat, konnte ich mich sofort hineinversetzen. Bei manchen Sätzen fühlte ich mich beinahe ertappt, weil sie auch von mir stammen könnten: „Bei uns ist es derzeit leider so, dass jeder für sich irgendwo in der Luft schwebt, und wenn wir tatsächlich mal aufeinandertreffen, gibt es meistens Streit.“ (S. 92)
Doch auch die Gedanken und Handlungen der anderen Familienmitglieder sind problemlos nachvollziehbar. Man merkt der Autorin an, dass sie sich mit Psychologie beschäftigt hat, so klar und einleuchtend, wie sie die Beweggründe ihrer Figuren aufdröseln kann. Außerdem ist ihr Schreibstil ist schnörkellos und flüssig, so dass die Seiten nur so dahinfliegen. Die sich abzeichnenden Tragödien lösen eine gewisse Beklemmung, aber gleichzeitig einen unaufhaltsamen Lesesog aus.
Die Probleme der vier nebeneinanderher lebenden Personen spitzen sich im Laufe des Romans zu und erreichen dramatische Dimensionen, die mir persönlich schon wieder zu übertrieben schienen. Ich hätte mir gegen Ende eine vielschichtigere Tiefe gewünscht statt der sich überschlagenden Ereignisse. Zugegebenermaßen ist es aber gerade diese Dramatik, die Nachhall erzeugt und unbequeme Themen aufzuwerfen weiß. Es regt an, ehrlich zu sein, sowohl zu den anderen als auch mit sich selber, und miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch – oder gerade dann! – wenn es weh tut.
„Alle glücklich“ ist ein Roman, der mit klaren Charakterzeichnungen und entwicklungsgetriebenem Plot den Lesebedürfnissen des breiten Publikums entgegenkommt. Er punktet mit großer Alltagsnähe und bietet viel Identifikationspotential, sowohl für junge als auch „mittelalterliche“ Erwachsene.