Abschied vom Haus – und von einem Leben

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xirxe Avatar

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Was für ein klasse Einstieg: Die Ich-Erzählerin wendet sich direkt an ihr Landhaus, das sie nun endgültig verkaufen will. In drei Rückblenden schildert sie den ersten Verkaufsversuch vor über einem Jahrzehnt: die verstörende Ankunft mit dem Makler nach dem Ende ihrer Ehe – das Haus verwüstet, voller symbolischer Hinterlassenschaften des Scheiterns – dann die Begegnung mit dem polnisch-moldawischen Handwerkerpaar Alla und Bolek, die das verwilderte Grundstück in kürzester Zeit herrichten. Als die Erzählerin nach getaner Arbeit vor dem wieder aufgeblühten Garten steht, bringt Boleks schlichter Satz – „So eine Haus kaufst du nur einmal in Läbben" – sie dazu, den Verkauf abzusagen. Im zweiten Kapitel schweift die Erinnerung zur Kindheit und zum Vater ab, dessen Heimat der Tennisklub war.
Das ist wirklich stark. Menasse schreibt mit einer Leichtigkeit, die täuscht – hinter dem plaudernden Ton steckt präzise Beobachtung und echtes emotionales Gewicht. Die direkte Ansprache ans Haus funktioniert überraschend gut, ohne irgendwie gekünstelt zu wirken.
Besonders gut gefiel mir die Figur Alla: sprachlich eine Glanzleistung, ihre Art zu reden ist so überzeugend, dass man sie sofort hört und menschlich vielschichtig. Auch der Wechsel zwischen Komik und Melancholie gelingt Menasse mühelos – die Szene mit dem Makler etwa, wo Lachen und Weinen gleichzeitig aufbrechen, ist einfach schön.
Oh ja, hier möchte ich gerne mitlesen 😊