Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück
Ein altes Ferienhaus in der ostdeutschen Provinz war über 20 Jahre lang der Rückzugsort der Ich-Erzählerin, um dem Berliner Großstadttrubel zu entfliehen. Begehrte Alleinlage an einem See, in direkter Nachbarschaft einer Datschensiedlung, ein Haus mit Macken, ständigem Sanierungsbedarf und speziellem Charme. Viele Sommer hat die gebürtige Wienerin dort verbracht, zunächst mit Mann und Patchworkfamilie, später allein und mit einer kurzen Liebschaft. Unzählige Erinnerungen knüpfen sich daran, liebevolle, lustige, aber auch schmerzhafte. Nun will sie das Haus verkaufen, das zunehmend zum Ballast wird, und blickt zum Abschied zurück auf die gemeinsamen Jahre.
Nach dem Klappentext hatte ich mir vieles versprochen, was das Buch letztendlich nicht halten konnte. Die beiden polnischen Handwerker Alla und Bollek sind allenfalls Randfiguren, und der erhoffe differenzierte Blick einer Österreicherin von außen auf die „Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte“ bleibt aus. Vielmehr wirkt sie wie eine typische Auswärtige ohne Gespür für die Menschen vor Ort, auf die sie überheblich herabblickt. Dass sie eine unangenehme Großfamilie unter den Schrebergartennachbarn spöttisch als „Sch’tis“ betitelt und ihre Familie im benachbarten Café einen jugendlichen Kellner mit starker Schweißbildung über Jahre heimlich „Stinkekellner“ nennt, sagt schon viel über sie aus. An kaum einem Einheimischen lässt sie ein gutes Haar, sie urteilt schnell und macht sich nicht die Mühe, die Ortsansässigen näher kennenzulernen, Verständnis für ihr Leben zu entwickeln und sich mit der Geschichte der Region auseinanderzusetzen.
Sprachlich ist das Buch angenehm zu lesen, lediglich die Zeitsprünge zwischen eigenen Kindheitserinnerungen, Ehe, Trennung und neuer Affäre sind teilweise abrupt.
Insgesamt fehlt mir in dieser Lebensbilanz die Tiefe, vieles wird angerissen, aber nicht eingehender analysiert. Die Ich-Erzählerin blieb mir leider sehr unsympathisch, und mich konnte „Alleinruhelage“ nicht berühren oder mir eine tiefere Erkenntnis vermitteln.
Nach dem Klappentext hatte ich mir vieles versprochen, was das Buch letztendlich nicht halten konnte. Die beiden polnischen Handwerker Alla und Bollek sind allenfalls Randfiguren, und der erhoffe differenzierte Blick einer Österreicherin von außen auf die „Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte“ bleibt aus. Vielmehr wirkt sie wie eine typische Auswärtige ohne Gespür für die Menschen vor Ort, auf die sie überheblich herabblickt. Dass sie eine unangenehme Großfamilie unter den Schrebergartennachbarn spöttisch als „Sch’tis“ betitelt und ihre Familie im benachbarten Café einen jugendlichen Kellner mit starker Schweißbildung über Jahre heimlich „Stinkekellner“ nennt, sagt schon viel über sie aus. An kaum einem Einheimischen lässt sie ein gutes Haar, sie urteilt schnell und macht sich nicht die Mühe, die Ortsansässigen näher kennenzulernen, Verständnis für ihr Leben zu entwickeln und sich mit der Geschichte der Region auseinanderzusetzen.
Sprachlich ist das Buch angenehm zu lesen, lediglich die Zeitsprünge zwischen eigenen Kindheitserinnerungen, Ehe, Trennung und neuer Affäre sind teilweise abrupt.
Insgesamt fehlt mir in dieser Lebensbilanz die Tiefe, vieles wird angerissen, aber nicht eingehender analysiert. Die Ich-Erzählerin blieb mir leider sehr unsympathisch, und mich konnte „Alleinruhelage“ nicht berühren oder mir eine tiefere Erkenntnis vermitteln.