Ein Haus, ein Neuanfang und viele alte Geschichten

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privee1234 Avatar

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Bei „Alleinruhelage“ hat mich vor allem interessiert, wie eng ein Ort mit dem eigenen Leben verbunden sein kann. Das Haus in Brandenburg ist für die Erzählerin nämlich nicht einfach nur ein neues Zuhause. Das kann ich so gut nachvollziehen. Man sagt, ein zu Hause machen die Menschen aus. Das stimmt. Ein zu Hause ist dort, wo die Menschen sind, die ich liebe. Aber mein zu Hause, richte ich mir auch so ein, dass ich mich dort wohlfühlen kann, auch wenn ich ganz alleine bin.
Ich mochte besonders die vielen kleinen Beobachtungen im Buch. Die Renovierung, die Begegnungen mit den Nachbarn und die Probleme, die so ein Haus mit sich bringt, wirken teilweise fast alltäglich. Fast so, wie bei mir zu Hause. Gleichzeitig erfährt man dadurch immer mehr über die Erzählerin und darüber, was sie beschäftigt. Gerade diese Mischung fand ich gelungen.
Interessant fand ich auch, dass der Neuanfang nicht als etwas gezeigt wird, das plötzlich alles besser macht. Es gibt immer wieder Erinnerungen, Zweifel und Situationen, in denen alte Themen wieder auftauchen. Dadurch wirkt die Geschichte für mich ziemlich glaubwürdig.
Der Schreibstil ist ruhig und stellenweise auch trocken-humorvoll.
Für mich ist „Alleinruhelage“ vor allem ein Roman darüber, wie man versucht, nach einer Veränderung wieder bei sich selbst anzukommen. Das passiert nicht auf spektakuläre Weise, sondern eher langsam – und genau das passt gut zu der Geschichte.