Ein Haus voller Erinnerungen
Was zunächst wie die Geschichte eines Wochenendhauses klingt, wird bei Eva Menasses 'Alleinruhelage' schnell zu einer vielschichtigen Erzählung über Abschied, Beziehungen, Heimat und die Frage, was von einem vergangenen Leben eigentlich bleibt. Die namenlose Ich-Erzählerin steht nach dem Ende ihrer Ehe vor der Entscheidung, sich endgültig von dem Haus in Brandenburg zu trennen, das sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann nach der Wende gekauft und über Jahre hinweg renoviert hat. Beim Ausräumen kommen nicht nur allerlei kuriose Hinterlassenschaften zum Vorschein, sondern vor allem Erinnerungen an die Familie, vergangene Lieben, Konflikte und Neuanfänge.
Besonders gelungen ist dabei die besondere Erzählweise. Die Protagonistin spricht das Haus immer wieder direkt an und lässt sich von einer Erinnerung zur nächsten treiben. So entsteht ein mäandernder Gedankenstrom, der gelegentlich assoziativ von einem Gedanken zum nächsten übergeht und gerade dadurch sehr lebensnah wirkt. Menasse verbindet dabei Melancholie und Nachdenklichkeit mit einem feinen, teilweise wunderbar trockenen Humor. Gerade die Episoden rund um die Renovierung und die beiden polnischen Handwerker Alla und Bolek sorgen für einige amüsante Momente.
Überhaupt lebt der Roman weniger von einer großen Handlung als von Beobachtungen, Erinnerungen und den Gedanken seiner Protagonistin. Dabei geht es um das Ende einer Ehe, Familie und das Älterwerden, aber auch um Fremdsein, Heimat und die deutsch-deutsche Geschichte. Besonders interessant fand ich den Blick einer Österreicherin auf das Leben in Ostdeutschland und die damit verbundenen Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ablehnung.
Nicht alles hat mich dabei gleichermaßen überzeugt. An manchen Stellen verliert sich die Erzählerin etwas in ihren Gedankengängen, und auch einige politische Ausführungen waren mir persönlich etwas zu ausführlich. Gleichzeitig ist gerade diese Abschweifung Teil des besonderen Erzähltons des Romans.
Insgesamt hat mir 'Alleinruhelage' vor allem sprachlich sehr gut gefallen. Eva Menasse erzählt klug, pointiert und mit einem wunderbaren Gespür für die kleinen Absurditäten des Lebens. Ein ruhiger, melancholischer und zugleich humorvoller Roman über das Loslassen und darüber, dass manche Orte eben doch viel mehr sind als nur Häuser.
Besonders gelungen ist dabei die besondere Erzählweise. Die Protagonistin spricht das Haus immer wieder direkt an und lässt sich von einer Erinnerung zur nächsten treiben. So entsteht ein mäandernder Gedankenstrom, der gelegentlich assoziativ von einem Gedanken zum nächsten übergeht und gerade dadurch sehr lebensnah wirkt. Menasse verbindet dabei Melancholie und Nachdenklichkeit mit einem feinen, teilweise wunderbar trockenen Humor. Gerade die Episoden rund um die Renovierung und die beiden polnischen Handwerker Alla und Bolek sorgen für einige amüsante Momente.
Überhaupt lebt der Roman weniger von einer großen Handlung als von Beobachtungen, Erinnerungen und den Gedanken seiner Protagonistin. Dabei geht es um das Ende einer Ehe, Familie und das Älterwerden, aber auch um Fremdsein, Heimat und die deutsch-deutsche Geschichte. Besonders interessant fand ich den Blick einer Österreicherin auf das Leben in Ostdeutschland und die damit verbundenen Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ablehnung.
Nicht alles hat mich dabei gleichermaßen überzeugt. An manchen Stellen verliert sich die Erzählerin etwas in ihren Gedankengängen, und auch einige politische Ausführungen waren mir persönlich etwas zu ausführlich. Gleichzeitig ist gerade diese Abschweifung Teil des besonderen Erzähltons des Romans.
Insgesamt hat mir 'Alleinruhelage' vor allem sprachlich sehr gut gefallen. Eva Menasse erzählt klug, pointiert und mit einem wunderbaren Gespür für die kleinen Absurditäten des Lebens. Ein ruhiger, melancholischer und zugleich humorvoller Roman über das Loslassen und darüber, dass manche Orte eben doch viel mehr sind als nur Häuser.