Entspanntes Kleinod
Titel und Cover halten, was sie versprechen: Ein Haus am See, dessen Bewohnerin von ihren Erlebnissen in und rings um dessen Einsamkeit erzählt. Das Haus steht allein, seine Bewohnerin scheint Trubel abgeneigt und auch das Buch selbst hat für mich eine Art "Alleinruhelage" auf einem Buchmarkt, der nach Verkaufszahlen lechzt. Es wirkt allem angenehm entrückt.
Der Charme liegt dabei für mich vor allem in sprachlichen Details, wenn sie etwa beim Entrümpeln zur 'Archäologin' des eigenen Lebens wird.
Aber auch die unaufgeregte Sicht auf Sozialisationen, auf Daseinsformen, auf Sichtweisen finde ich sehr gut getroffen.
Die begleitenden Personen bleiben allesamt namenlos, nicht alle Stränge, die erzählt werden, führen zu einem Ende - was grundsätzlich logisch und konsequent ist.
Die zarte Chronologie wird durch Rückblenden und Einschübe aufgebrochen. So erzählt man, so erinnert man sich und dennoch wirkte es ein wenig ungeordnet.
In Summe ein entspannender Blick auf einen gesellschaftlichen Mikrokosmos, fein beobachtet, spachlich brillant. Gut zu lesen, auch wenn eigentlich nicht viel "passiert". Es sind eher die beschriebenen Momente: die 'Nacht der kippenden Stühle', der beschriebene Wortwechsel mit den Baumfällern, die distanziert-neutrale und dadurch faire Beschreibung deutsch-deutscher Vergangenheit aus der komfortablen Distanz durch österreichische Sozialisation.
Ich danke vorablesen.de und dem Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.
Der Charme liegt dabei für mich vor allem in sprachlichen Details, wenn sie etwa beim Entrümpeln zur 'Archäologin' des eigenen Lebens wird.
Aber auch die unaufgeregte Sicht auf Sozialisationen, auf Daseinsformen, auf Sichtweisen finde ich sehr gut getroffen.
Die begleitenden Personen bleiben allesamt namenlos, nicht alle Stränge, die erzählt werden, führen zu einem Ende - was grundsätzlich logisch und konsequent ist.
Die zarte Chronologie wird durch Rückblenden und Einschübe aufgebrochen. So erzählt man, so erinnert man sich und dennoch wirkte es ein wenig ungeordnet.
In Summe ein entspannender Blick auf einen gesellschaftlichen Mikrokosmos, fein beobachtet, spachlich brillant. Gut zu lesen, auch wenn eigentlich nicht viel "passiert". Es sind eher die beschriebenen Momente: die 'Nacht der kippenden Stühle', der beschriebene Wortwechsel mit den Baumfällern, die distanziert-neutrale und dadurch faire Beschreibung deutsch-deutscher Vergangenheit aus der komfortablen Distanz durch österreichische Sozialisation.
Ich danke vorablesen.de und dem Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars.