Erinnerungen an ein Haus – ruhige Töne statt großer Dramatik
Inhalt:
Mit wohl kaum einem anderen Ort verbindet sie so viele Erinnerungen wie mit diesem: Als sich die Erzählerin von ihrem Wochenendhaus in der brandenburgischen Provinz trennen möchte, kommen ihr all die Momente wieder in den Sinn, die sie dort verbracht hat: Sie schreibt von den Umbauarbeiten, der aufwändigen Rasenpflege und den denkwürdigen Begegnungen mit den Laubenbesitzern in der Nähe, aber auch von den Nachmittagen mit ihren Kindern am nahegelegenen See und den Sommerfesten mit ihren Freundinnen im Garten.
Meine Meinung:
Eva Menasses Roman mit dem eigensinnigen Titel „Alleinruhelage“ handelt von einer reiferen Frau und ihrem Wochenendhaus, das sich – wie sollte es anders sein – durch seine ruhige Lage mitten im Nirgendwo auszeichnet. Das Nirgendwo liegt in diesem Fall nahe des Örtchens Vogelsang bei Berlin, wo die österreichische Erzählerin viele Jahre ihres Lebens verbracht hat. Nach dem Ende ihrer Ehe will sie sich nun auch von ihrem Haus trennen, was sie dazu veranlasst, über all die Erlebnisse nachzudenken, die sie mit dem Ort verbindet. Die Erzählweise erinnert mich dabei stark an klassische Tagebucheinträge, die sehr persönlich, fast intim, sind. Deren Adressat ist das Haus selbst, das dadurch regelrecht personifiziert wird. Eva Menasse gestaltet ihren Roman nicht linear, sondern lässt die Ich-Erzählerin zwischen unterschiedlichen Zeitebenen wechseln. Auf weit zurückliegende Erinnerungen folgen Rückblenden aus der jüngeren Vergangenheit, ehe sie wieder einige Jahre zurückspringt. Dies erweckt den Eindruck, als wenn die Hauptfigur jeweils gerade die Gedanken teilt, die ihr in dem Moment in den Sinn kommen. Dabei geht es in manchen Abschnitten um ihre eigene Kindheit, in anderen um ihre Beziehungen oder um Freundschaften. Auch die deutsch-deutsche Geschichte bleibt nicht unberührt. Alles steht inhaltlich in einem Zusammenhang mit dem Wochenendhaus, wobei dieser in vielen Fällen offensichtlich ist, sich in anderen allerdings nicht auf Anhieb erschließt. Das Erzählte plätschert in weiten Teilen vor sich hin, sodass der Roman – jedenfalls aus meiner Sicht – keinen klassischen Höhepunkt sowie keine unerwarteten Wendungen hat. Genau das macht in meinen Augen aber die Besonderheit dieser Erzählweise aus. Über zwei Drittel des Buches habe ich das Geschehen mit Neugier verfolgt. Erst im letzten Drittel hatte die Geschichte für mich einige Längen, sodass ich mit dem Lesen nur noch langsam vorankam.
Mit dem Verkauf ihres Hauses endet für die Erzählerin ein langes Kapitel und eröffnet zugleich einen neuen Lebensabschnitt. Dieser offene Ausblick steht sinnbildlich für den gesamten Roman, der von seinen stillen Zwischentönen statt von großer Dramatik lebt. Damit eignet sich „Alleinruhelage“ vor allem für Leser und Leserinnen, die nachdenkliche, atmosphärische Geschichten mögen.
Mit wohl kaum einem anderen Ort verbindet sie so viele Erinnerungen wie mit diesem: Als sich die Erzählerin von ihrem Wochenendhaus in der brandenburgischen Provinz trennen möchte, kommen ihr all die Momente wieder in den Sinn, die sie dort verbracht hat: Sie schreibt von den Umbauarbeiten, der aufwändigen Rasenpflege und den denkwürdigen Begegnungen mit den Laubenbesitzern in der Nähe, aber auch von den Nachmittagen mit ihren Kindern am nahegelegenen See und den Sommerfesten mit ihren Freundinnen im Garten.
Meine Meinung:
Eva Menasses Roman mit dem eigensinnigen Titel „Alleinruhelage“ handelt von einer reiferen Frau und ihrem Wochenendhaus, das sich – wie sollte es anders sein – durch seine ruhige Lage mitten im Nirgendwo auszeichnet. Das Nirgendwo liegt in diesem Fall nahe des Örtchens Vogelsang bei Berlin, wo die österreichische Erzählerin viele Jahre ihres Lebens verbracht hat. Nach dem Ende ihrer Ehe will sie sich nun auch von ihrem Haus trennen, was sie dazu veranlasst, über all die Erlebnisse nachzudenken, die sie mit dem Ort verbindet. Die Erzählweise erinnert mich dabei stark an klassische Tagebucheinträge, die sehr persönlich, fast intim, sind. Deren Adressat ist das Haus selbst, das dadurch regelrecht personifiziert wird. Eva Menasse gestaltet ihren Roman nicht linear, sondern lässt die Ich-Erzählerin zwischen unterschiedlichen Zeitebenen wechseln. Auf weit zurückliegende Erinnerungen folgen Rückblenden aus der jüngeren Vergangenheit, ehe sie wieder einige Jahre zurückspringt. Dies erweckt den Eindruck, als wenn die Hauptfigur jeweils gerade die Gedanken teilt, die ihr in dem Moment in den Sinn kommen. Dabei geht es in manchen Abschnitten um ihre eigene Kindheit, in anderen um ihre Beziehungen oder um Freundschaften. Auch die deutsch-deutsche Geschichte bleibt nicht unberührt. Alles steht inhaltlich in einem Zusammenhang mit dem Wochenendhaus, wobei dieser in vielen Fällen offensichtlich ist, sich in anderen allerdings nicht auf Anhieb erschließt. Das Erzählte plätschert in weiten Teilen vor sich hin, sodass der Roman – jedenfalls aus meiner Sicht – keinen klassischen Höhepunkt sowie keine unerwarteten Wendungen hat. Genau das macht in meinen Augen aber die Besonderheit dieser Erzählweise aus. Über zwei Drittel des Buches habe ich das Geschehen mit Neugier verfolgt. Erst im letzten Drittel hatte die Geschichte für mich einige Längen, sodass ich mit dem Lesen nur noch langsam vorankam.
Mit dem Verkauf ihres Hauses endet für die Erzählerin ein langes Kapitel und eröffnet zugleich einen neuen Lebensabschnitt. Dieser offene Ausblick steht sinnbildlich für den gesamten Roman, der von seinen stillen Zwischentönen statt von großer Dramatik lebt. Damit eignet sich „Alleinruhelage“ vor allem für Leser und Leserinnen, die nachdenkliche, atmosphärische Geschichten mögen.