Erinnerungen und Abschied

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backlistbaddie Avatar

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Schon der erste Satz in "Alleinruhetage" hat mich neugierig gemacht und ich wollte wissen, welche Geschichte hinter dem Haus steckt. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die das Ferienhaus ihrer Familie verkauft. Während des Abschieds blickt sie auf ihr Leben, ihre Familie und viele Erinnerungen zurück.

Besonders gut gefallen hat mir der Schreibstil. Die Sprache ist bildhaft und immer wieder finden sich Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Auch die Beschreibungen der Menschen rund um das Haus und die kleinen Beobachtungen des Alltags haben die Geschichte lebendig gemacht. Manche Begegnungen fand ich sogar richtig unterhaltsam.

Mit der Erzählweise hatte ich allerdings etwas zu kämpfen. Die Handlung springt häufig zwischen verschiedenen Zeiten und Erinnerungen hin und her. Dadurch musste ich mich oft neu orientieren und habe zwischendurch den Überblick verloren. Einige Themen, die ich sehr spannend fand, wurden nur kurz angesprochen und hätten für meinen Geschmack mehr Raum verdient.

Auch die Ich-Erzählerin blieb für mich etwas auf Abstand. Ich konnte ihre Gedanken zwar nachvollziehen, eine echte emotionale Verbindung ist bei mir aber nicht entstanden. Deshalb hat mich die Geschichte weniger berührt, als ich es erwartet hatte.

Trotzdem ist "Alleinruhelage" ein sprachlich starker Roman über Familie, Erinnerungen und die Spuren, die Orte und Menschen in unserem Leben hinterlassen. Für mich war es ein interessantes Buch mit vielen guten Ideen, das mich durch seine besondere Erzählweise aber nicht ganz überzeugen konnte.