Fabelhafte Erinnerungen einer Pumpenneurotikerin
Ich kannte bis dato noch keinen Roman von Eva Menasse und bin froh, dass ich diesen hier gelesen habe. Es geht um das sprichwörtliche Häuschen im Grünen, von dem wohl jede Städterin schon geträumt hat. Ich nicht. Denn ich komme aus einem kleinen Dorf, also vom Lande und kenne auch einige Menschen, die eine Datsche, ein Ferienhäuschen im mecklenburgischen Scheinidyll erworben haben und dort mit allerlei Unbill zurechtkommen mussten. Die Autorin beschreibt liebevoll bedauernd ihre langjährige Affäre mit diesem Häuschen in Alleinruhelage, in das sie sich verliebt hatte, die dem sie lebte, haderte und das sie letztendlich verlassen musste. Zeitgleich findet ihr Leben statt, eine Liebe, eine Trennung, Sommerfeste, ein verschlickter See, Kinder werden geboren, Menschen sterben. All das ist geschickt verwoben mit dem Haus und mit viel Humor und auch Tiefe erzählt. Die Abwasserpumpenneurose ist nur eine von zahlreichen wirklich witzig und scharfsinnig beobachteten Episoden. Lohnt sich wirklich zu lesen, auch wenn man kein Wochenendhaus, keinen Garten mit Wühlmäusen und keine von Borkenkäfern zerfressene Kiefern hat. Ist wohl wie mit allem: Muss man nicht haben, ist aber eine Erfahrung fürs Leben.