Gelungenes Buch

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bayernbba Avatar

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Alleinruhelage erzählt von einem Ferienhaus in der ostdeutschen Provinz, das für die Ich-Erzählerin viele Jahre ein wichtiger Rückzugsort aus dem Berliner Großstadtleben war. Mit dem geplanten Verkauf blickt sie auf diese Zeit zurück – auf Familienleben, Sommer am See und zahlreiche Erinnerungen, die sich dort angesammelt haben.
Der Einstieg mit der direkten Anrede des Hauses („Haus, ich verkaufe dich.“) ist sehr gelungen und hat mich sofort in die Geschichte hineingezogen. Das Haus wirkt dabei fast wie eine eigene Figur, eng verbunden mit der Biografie der Erzählerin. Auch der Schreibstil von Eva Menasse ist klar, ruhig und bildhaft, wodurch viele Szenen gut vorstellbar sind.
Im Mittelpunkt stehen Rückblicke auf verschiedene Lebensphasen, vor allem das Familienleben und die Zeit im Haus. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild, auch wenn die Handlung insgesamt ruhig bleibt und stark in der Vergangenheit verankert ist.
Die Erzählerin wirkt stellenweise distanziert, was den Zugang nicht immer leicht macht, zugleich aber zum Nachdenken über Heimat und Zugehörigkeit anregt.
Insgesamt ist der Roman eine ruhige, nachdenkliche Lebensbilanz über Orte, Erinnerungen und Abschied, die vor allem durch ihre Sprache und Atmosphäre überzeugt.