Geschichten aus dem vermeintlichen Idyll

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Ein Haus als Zeuge von Lebensgeschichten - Eva Menasse erzählt in ihrem Roman facettenreich, nicht ohne Humor, zuweilen auch bissig, von den Menschen, die sich hier begegnen. Die Ich-Erzählerin hat sich mit ihrem Mann und Kindern den Traum eines Hauses im Grünen erfüllt, verknüpft mit vielen Erwartungen und Hoffnungen. Eine idyllische, waldreiche Umgebung mit einem See erweist sich als herausfordernd und machmal auch tückisch. Zudem lassen die vielen Arbeiten, die ein altes Haus benötigt, wenig Zeit zum Entspannen in der Umgebung. Die Bewohner der dortigen Datschensiedlung begegnen den zugezogenen Städtern aus dem Westen mit Mißtrauen und Ablehnung. Hier treffen Welten aufeinander. Nun soll das Haus, in dem gelebt, geliebt, gefeiert und auch gelitten wurde, verkauft werden. Dies ruft bei der Protagonisten unzählige Erinnerungen hervor. Das sind Episoden aus ihrer Kindheit sowie von den zahlreichen Begegnungen unterschiedlichster Menschen. Auch die Fragen um eine gescheiterte Ehe stehen im Raum. Ein kluges sowie spannendes Ineinanderfließen von Gedanken und Geschichten. Präzise verknüpft die Autorin Schicksale und Zeitgeist, beschreibt treffsicher und nuanciert zwischenmenschliche Stärken, Schwächen sowie Abgründe. Ein sehr scharfsinniges und zugleich unterhaltsames Lesevergnügen!