(k)ein neuanfang?
ich hatte beim lesen nie das gefühl das hier etwas spektakuläres passieren muss damit es interessant bleibt. eigentlich geht es um ganz alltägliche dinge.. ein haus, eine gescheiterte ehe, renovierungen und erinnerungen und trotzdem steckt in vielen kleinen momenten erstaunlich viel. gerade das hat mich mehr angesprochen als ich vorher gedacht hätte. die erzählerin war für mich jemand den ich nicht ständig sympathisch finden musste um ihr gern zu folgen. ich mochte ihre beobachtungen und diese leicht ironische art mit der sie auf ihr eigenes leben und auf die menschen um sich herum blickt. dadurch wirkt vieles ehrlich und überhaupt nicht geschönt. besonders gefallen hat mir das das haus nicht einfach nur ein schauplatz ist. je weiter die geschichte vorangeht desto mehr wird es zu einem ort voller erinnerungen an dem man merkt wie schwer es manchmal ist wirklich loszulassen. auch die begegnungen mit den menschen aus der nachbarschaft und den handwerkern geben dem roman eine schöne alltagsnähe ohne beliebig zu wirken. ich hatte nach dem zuklappen gar nicht das gefühl eine große dramatische geschichte gelesen zu haben sondern eher einen sehr klugen blick auf einen lebensabschnitt den viele wahrscheinlich nachvollziehen können. wer ruhige romane mag die von ihren figuren und ihren beobachtungen leben und dabei ganz nebenbei über heimat, abschied und das älterwerden erzählen wird mit diesem buch wahrscheinlich viel freude haben.