Kommt eine Österreicherin nach Ostdeutschland…

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hurmelchen Avatar

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Eigentlich ist Eva Menasse eine formidable Schriftstellerin, hat sie doch mit „Vienna“ und „Dunkelblum“ großartige Romane verfasst, und ganz nebenbei auch noch politisch Haltung gezeigt.
Sie hat Humor, Feingefühl, ist eine Intellektuelle der Spitzenklasse, und mischt sich ein. All das macht sie zu einer wichtigen Protagonistin im Kulturbetrieb.
Ja, ich bewundere sie, und nein, ich mag ihr neues Buch nicht…
Auch, wenn das Zwiegespräch mit ihrem Ferienhaus, irgendwo tief im Gebiet der ehemaligen DDR gelegen, am Anfang des Romans „Alleinruhelage“, sehr originell und auch anrührend ist, so fängt der Text im weiteren Verlauf an, langweilig, abschweifend, erratisch, und ja, auch wirr zu werden.
Ist dieser Text autofiktional? Scheint in Teilen so. Handelt es sich um ungeordnete Tagebucheinträge? Könnte sein.
Was aber, will mir die Autorin erzählen? Wie es sich als gebildete und etwas hochnäsige Österreicherin, mit Wohnsitz in Berlin, anfühlt, in der ehemaligen DDR aufzuschlagen, und permanent die alteingesessenen Dorfbewohner zu bewerten? Das finde ich nämlich eher unsympathisch.
Die Geschichte der Datsche, die zur Ferienidylle umgebaut wird, dann aber wegen Ehe- Aus, und allgemeiner Vernachlässigung aufgegeben werden soll?
Arbeitet jetzt auch Menasse die Deutsch- Deutsche Geschichte auf?
Ach, nein, bitte Alles nicht!
Sehr gut gefallen haben mir Alla und Bolek, ein patentes Paar aus Polen, welches ungeheure liebenswert der Erzählerin bei der Renovierung des Hauses hilft, und auch für alle anderen Lebenslagen eine Lösung parat hat. Aber auch diese Beiden bleiben aufgrund des inhaltlichen Hin- und Hergespringes auf der Strecke.
Tut mir leid, Frau Menasse, aber dieses Mal konnten sie mich nicht überzeugen!