Leider viel zu kurz

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miriam0000 Avatar

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Alleinruhelage von Eva Menasse hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vor allem ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt: leicht, elegant und mit einem feinen, oft trockenen Humor erzählt sie von einem Neuanfang nach dem Ende einer Ehe. Trotz der eher alltäglichen Handlung gelingt es ihr, große Themen wie Verlust, Veränderung, Heimat und Identität auf eine sehr tiefgründige und zugleich unaufdringliche Weise zu behandeln.

Besonders gefallen haben mir die Begegnungen mit Alla und Bolek, den polnischen Handwerkern, sowie die vielen kleinen Beobachtungen über das Leben, zwischenmenschliche Beziehungen und die deutsch-deutsche Geschichte. Menasse schafft es, ihre Figuren lebendig und glaubwürdig wirken zu lassen, ohne sie zu überzeichnen.

Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die Dialoge mit dem Haus. Diese haben mich eher aus der Geschichte herausgerissen und konnten mich nicht überzeugen. Sie wirkten auf mich etwas konstruiert und hätten für meinen Geschmack nicht unbedingt sein müssen.

Mein größter Kritikpunkt ist allerdings, dass das Buch viel zu kurz ist. Gerade weil mir die Figuren, der Humor und die Atmosphäre so gut gefallen haben, hätte ich die Protagonistin gern noch länger begleitet.

Insgesamt ist Alleinruhelage ein kluges, warmherziges und humorvolles Buch, das trotz seiner Leichtigkeit lange nachhallt. Wer literarische Romane mit feinem Humor und viel Tiefgang schätzt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.