Liebeserklärung

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Das Buch ist eine Liebeserklärung an ein altes Haus, eine ehemalige Waldschänke im Osten Deutschlands, an einem See, eine Datschensiedlung nebenan, in dem sich das Leben der Ich-Erzählerin über Jahre abspielte.
Aber wie das so ist mit der Liebe - irgendwann ist es Zeit zum Abschiednehmen und so soll das Haus verkauft werden. Die Kinder sind erwachsen, der Mann geht schon lange seine eigenen Wege, so wird das Haus geräumt und für die neuen Besitzer hergerichtet.
Dabei kommen die Erinnerungen an ein ganzes Leben hoch, Freude und Leid, Ärger mit den Nachbarn und Feste mit den Freunden. Die Besitzerin wird "zur Archäologin einer untergegangenen Familie" (Seite 191).
Eva Menasses Bücher sind immer wunderbar geschrieben, ich erinnere nur an "Dunkelblum". So taucht man auch hier ganz tief in die Geschichte der namenlosen Frau ein, aber trotzdem bleibt eine gewisse Distanz, da nur wenige Menschen einen Namen bekommen und alle anderen mit ihrem Beruf oder einem Spitznamen benannt werden. Die Probleme nach der Wende werden angesprochen, aber auch diese bleiben auf Distanz, denn die Frau ist nicht direkt davon betroffen, da sie aus Österreich stammt. Aber auch Menasses feiner Humor kommt in diesem Buch wieder zum Vorschein.
Ich kann das Buch wärmstens empfehlen.