Nachdenklich

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Im schreibenden Zwiegespräch mit ihrem Wochenendhaus in der ostdeutschen Provinz rollt die Autorin das Leben ihrer Ich-Erzählerin vor den Lesenden aus - eine ungewöhnliche, aber sehr interessante Betrachtungsweise.

Dabei hat sie dieses Haus erst zusammen mit ihrem zweiten Ehemann gekauft, aber da sie dort auch ihre Kinder immer mit dabeigehabt haben, sind auch die eigenen Kindheitserinnerungen hier präsent.

Das Haus erlebt ein glückliches Ehepaar mit am Ende drei Kindern, sieht, wie diese größer werden und die Eltern sich trennen. Es ist dabei, wenn die Ich-Erzählerin allein ihre Sommerparty jedes Jahr mit ihren Freundinnen feiert oder einen neuen Liebhaber hat.

Zweimal will sie das Haus verkaufen. Beim ersten Mal macht sie einen Rückzieher und genießt auch allein weiter die Ruhe und die Natur in der „Alleinruhelage“, beim zweiten Mal ringt sie sich durch in dem Gefühl, weitergehen zu wollen, obwohl sie nach wie vor an dem Haus und allem, was sie dort erlebt hat, hängt.

Interessant ist an diesem Buch auch der Blick der „außenstehenden“ Österreicherin auf ost- und auch westdeutsche Befindlichkeiten und Verhaltensweisen – ungeschönt und klar.

Wie sein Titel ist die Erzählweise dieses Buches sehr ruhig, langsam und nachdenklich; wer Aufregung und Rasanz beim Lesen möchte, ist mit diesem falsch beraten.

So ist dieses Werk ein „vielschichtiger Roman über die Zwischenbilanz eines Lebens (…), eine gewitzte Reflexion über Fremdheit und Heimat – und das Abschiednehmen“. (Klappentext vorne innen)