Objekt mit Eigensinn

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„Für Menschen im Süden und Westen des Landes, auch für die südöstlichen Österreicher klang der Preis fast unglaublich, ein massives, unterkellertes Haus an einem See und mit einem großen Garten, dazu in Alleinruhelage - wie man in Osterreich sagt, wo es auch sprachlich immer ein bisschen mehr sein darf.“
Das Haus, um das es hier geht, scheint etwas störrisch zu sein: Erst macht es Schwierigkeiten, überhaupt als Wohnhaus genutzt zu werden, wo es doch früher als Gaststätte eingetragen war. Nun, wo es verkauft werden soll, ist es zu wild, so dass ihm zunächst polnische Hilfsarbeiter zu Leibe rücken müssen.
So verwundert es nicht, dass die Ich-Erzählerin ihre Worte direkt an das Haus richtet. Und dadurch lernen wir auch die Umgebung (einen See, wo früher die Bonzen lebten), die Nachbarn (wollen ungestört bleiben) und die Familie der Frau (ist nicht mehr da) kennen. Die DDR-Vergangenheit, für die zugezogene Eigentümerin nur Hörensagen, ist ebenfalls omnipräsent.
Die Autorin hat mich an manchen Stellen verloren, weil die Handlung zu viele Abbiegungen nimmt. Einzelne Szenen waren dann wieder großartig herausgearbeitet, so dass ich dort gerne verweilt wäre. Der Ton und das sprachliche Mittel, das Haus direkt anzusprechen, finden schließlich meine Begeisterung.