Sprichwörtliche Ruhe

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Das Buch "Alleinruhelage" stammt aus der Feder von Eva Menasse, erscheint bei Kiepenheuer & Witsch und umfasst 209 Seite.
Eine namenlose Protagonistin nimmt uns mit zum Abschied von ihrem geliebten Ferienhaus irgendwo im brandenburgischen Nirgendwo. 2 Jahrzehnte zuvor wurde es angeschafft, um der in der Großstadt lebenden Patchworkfamilie einen Rückzugsort im Grünen zu bieten. Doch die Ehe zerbricht, linear, kontinuierlich und die Hauptdarstellerin steht nicht nur vor einem emotionalen Scherbenhaufen, sondern auch vor weiteren, ganz rationalen Entscheidungen. Dem Hausverkauf muss eine umfassende Renovierung vorausgehen. Hierfür werden Alla und Bolek engagiert, zuverlässig, zupackend und mit vielerlei schnörkellosen Ansichten gesegnet, die neue Optionen eröffnen.
Im Roman geht es um nicht mindere Themen wie Abschiede und Neuanfänge, eine Zwischenbilanz des eigenen Lebens und die deutsch-deutsche Geschichte. Hierfür braucht es Projektionsfläche und die findet die Autorin in unzähligen Rückblicken, denn ihre Geschichte wechselt fröhlich zwischen Gegenwart und Zukunft hin und her, völlig unaufgeregt, nüchtern betrachtend, untermauert mit liebevoll gezeichneten Nebendarstellern. Kontinuität ergibt sich alleine aus dem immer gleiche Gesprächspartner: ihrem Gartenhaus.
Was soll man zu diesem Buch weiter schreiben? Vielleicht, dass es eine klare Leseempfehlung bekommt für Freunde schnörkelloser Literatur, trockenem Humor und ungeschönten Wahrheiten, kritischen Zwischentönen und knallharten Bilanzen. Für mich ein ganz wunderbares Buch und daher volle Punktzahl!