Starker Einstieg, aber der rote Faden ging für mich verloren

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mrs.may.reads Avatar

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Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Ich hatte mich auf einen ruhigen, atmosphärischen Roman über einen Neuanfang gefreut: Eine Frau kehrt nach dem Ende ihrer Ehe in ihr Wochenendhaus zurück, bereitet es für den Verkauf vor und wird dabei immer wieder von Erinnerungen an ihr vergangenes Leben eingeholt.

Besonders der Einstieg mit der direkten Ansprache des Hauses „Haus, ich verkaufe dich“ hat mir gut gefallen und mich in die Geschichte gezogen. Leider konnte das Buch dieses Gefühl für mich nicht aufrechterhalten.

Der Schreibstil war für mich sehr anspruchsvoll und durch die vielen Zeitsprünge, Gedankenfetzen und Erinnerungen oft unruhig. Immer wieder hatte ich das Gefühl, den roten Faden zu verlieren. Dadurch fiel es mir schwer, eine Verbindung zur Erzählerin aufzubauen und emotional in der Geschichte anzukommen.

Auch die Figuren, die mich anfangs besonders interessiert haben, allen voran das Handwerker Paar rückten schnell in den Hintergrund. Viele andere Charaktere blieben für mich eher blass oder wurden nur kurz angerissen. Insgesamt wirkte die Erzählung auf mich sehr fragmentarisch und ließ einige Handlungsstränge offen.

Ich kann gut verstehen, dass viele gerade diese literarische und assoziative Erzählweise schätzen. Für meinen Geschmack war sie jedoch zu sprunghaft. Die Idee hinter dem Roman hat mir wirklich gefallen, die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.