Was muss bleiben, was darf gehen?
Ein Ferienhaus in Vogelsang, irgendwo im äußersten Osten, an einem vorpommerschen See gelegen, soll verkauft werden. Doch so einfach kann die namenlose Ich-Erzählerin das Haus nicht loslassen. Sie spricht mit ihm, erinnert sich und lässt es von Alla, einer moldawischen Baufrau, die scheinbar alles reparieren kann, und dem polnischen Frührentner Bolek wieder herrichten. Vielleicht ist es genau das, was sie dem Haus noch schuldig ist.
Denn während die beiden Handwerker Risse schließen, Dinge erneuern und das Haus wieder in Schuss bringen, beginnt auch in ihr etwas in Bewegung zu kommen. Die Reparaturen werden zu einer Art Aufarbeitung. Mit der vollkommenen Abgeschiedenheit kehren Erinnerungen zurück, die lange unter der Oberfläche lagen.
Sie blickt auf ihre gescheiterte Patchwork-Ehe mit ihrem zweiten Mann zurück, auf ihre Kinder, auf die Jahre nach der Wende und die nie ganz verschwundenen Spannungen zwischen Ost und West. Und auf Habibi, die Affäre, die ebenfalls Teil dieser Vergangenheit geworden ist. Stück für Stück setzt sich ihr Leben aus Erinnerungen, Verletzungen, Entscheidungen und verpassten Möglichkeiten zusammen.
„Wir alle jagen ein Leben lang dem Glück hinterher und müssen lernen, dass man es erst erkennt, wenn es gerade vergeht.“ (Zitat S. 53)
Ein Satz, der für mich wunderbar über diesem Roman stehen könnte.
Besonders gefallen hat mir, dass die Protagonistin namenlos bleibt. Sie braucht keinen Namen, um greifbar zu werden. Die Distanz zur Ich-Erzählerin löst sich erstaunlich schnell auf und macht Raum für die eigenen Gedanken. Vielleicht erkennt man sich gerade deshalb immer wieder ein kleines bisschen in ihr.
Eva Menasse erzählt mit großer Ruhe und feinem Gespür für die Zwischentöne. Was muss man reparieren, bevor man etwas loslassen kann? Was bleibt von einem Leben, wenn man zurückblickt? Und wann ist es Zeit, weiterzugehen?
„Alleinruhelage“ hat mich nachhaltig beeindruckt. Ein leiser, tiefgründiger Roman, der nicht alles beantworten will, sondern viele Fragen einfach mit auf den Weg gibt. Und genau diese Fragen werden mich noch eine Weile begleiten.
Denn während die beiden Handwerker Risse schließen, Dinge erneuern und das Haus wieder in Schuss bringen, beginnt auch in ihr etwas in Bewegung zu kommen. Die Reparaturen werden zu einer Art Aufarbeitung. Mit der vollkommenen Abgeschiedenheit kehren Erinnerungen zurück, die lange unter der Oberfläche lagen.
Sie blickt auf ihre gescheiterte Patchwork-Ehe mit ihrem zweiten Mann zurück, auf ihre Kinder, auf die Jahre nach der Wende und die nie ganz verschwundenen Spannungen zwischen Ost und West. Und auf Habibi, die Affäre, die ebenfalls Teil dieser Vergangenheit geworden ist. Stück für Stück setzt sich ihr Leben aus Erinnerungen, Verletzungen, Entscheidungen und verpassten Möglichkeiten zusammen.
„Wir alle jagen ein Leben lang dem Glück hinterher und müssen lernen, dass man es erst erkennt, wenn es gerade vergeht.“ (Zitat S. 53)
Ein Satz, der für mich wunderbar über diesem Roman stehen könnte.
Besonders gefallen hat mir, dass die Protagonistin namenlos bleibt. Sie braucht keinen Namen, um greifbar zu werden. Die Distanz zur Ich-Erzählerin löst sich erstaunlich schnell auf und macht Raum für die eigenen Gedanken. Vielleicht erkennt man sich gerade deshalb immer wieder ein kleines bisschen in ihr.
Eva Menasse erzählt mit großer Ruhe und feinem Gespür für die Zwischentöne. Was muss man reparieren, bevor man etwas loslassen kann? Was bleibt von einem Leben, wenn man zurückblickt? Und wann ist es Zeit, weiterzugehen?
„Alleinruhelage“ hat mich nachhaltig beeindruckt. Ein leiser, tiefgründiger Roman, der nicht alles beantworten will, sondern viele Fragen einfach mit auf den Weg gibt. Und genau diese Fragen werden mich noch eine Weile begleiten.