Weder allein noch ruhig

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gingko18 Avatar

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Ich habe das Buch nicht gelesen, sondern gehört. Eva Menasse selbst liest es vor, was selbstverständlich den Eindruck des Autobiografischen impliziert.
Der Titel „Alleinruhelage“ widerspricht- so meine Einschätzung- total dem Erzählten: Alles ist in Bewegung mit dem Erwerb und der Instandsetzung dieser ehemaligen alten abgewirtschafteten Kneipe; der Erkundung der Umgebung und der Menschen, die dort heimisch sind.
Der Blick, den die Autorin auf diese richtet, ist geprägt von Misstrauen und Vorurteilen… und er bleibt es bis zum Schluss. Hier wird ein Stück deutsch-deutscher Wirklichkeit von einer dritten Ebene kritisch betrachtet, denn sie ist ja Österreicherin. Obwohl das Buch im Hier und Heute angesiedelt ist, streut Menasse gern Erinnerungen an ihre österreichische Kindheit, Jugend und Verwandtschaft ein, die für mich in keinem Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema, dem nun nach 20 Jahren zum Verkauf bestimmten Haus zu tun haben.
Während der Kalamitäten, die der Verkauf des Hauses mit sich bringen - ausräumen, wegwerfen, renovieren etc. - sinniert die Autorin über ihr Leben in Haus und Garten mit der Familie, dem Geliebten, den FreundInnen, den Nachbarn und ihren treuen polnischen Helfern…ein rastloses, abschweifendes, fast getriebenes Gedankenkarussell. Klug, oft witzig, sprachlich unterhaltsam- aber enttäuschend, wenn ein Erzählfaden abrupt endet.
So hinterlässt das Buch einen faden Beigeschmack, macht aber auch Lust auf mehr Geschriebenes von Eva Menasse.