Weder allein noch ruhig

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europeantravelgirl Avatar

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Roman steht auf dem Cover – aber trifft das wirklich zu? Kann das ein Oberbegriff für dieses Füllhorn an Gedanken sein?
Das Thema, das alles umklammert, ist jedenfalls der anstehende Verkauf des Hauses. Die Erzählerin, die das Haus immer wieder persönlich anspricht, ergeht sich in Erinnerungsfetzen, springt detailverliebt hin und her. Das Haus fungiert hingegen als Zeuge, als Begleiter durch die Zeiten.
Für mich persönlich stellt es sich beim Lesen als intuitives Springen zwischen Gedanken und Begegnungen dar, und die Autorin bezeichnet es selbst zutreffend als lockeres, assoziatives Buch. Auserzählt wird wenig, vielmehr ist das Buch gespickt mit Anekdoten und Gesprächen. Teilweise sind diese zum Schreien komisch, dann wieder sehr nachdenklich und persönlich, manchmal auch obskur, etwa wenn Mike the Medium als Traumdeuter aufgesucht wird. Interessant fand ich die Beobachtung, dass ein Onkel als Kind als griesgrämig empfunden wurde, während er im Erwachsenenalter zum geschätzten Gesprächspartner wird. Die skurrile Episode mit der Pumpe hätte ich eher nicht gebraucht, auch einige Personenbeschreibungen waren mir zu oberflächlich-herablassend. Dafür fand ich das schonungslose Sezieren des Endes ihrer Beziehung wieder interessant.
Ich nehme der Autorin nicht ab, dass dies ein rein fiktives Buch ist, dafür tönt es zu persönlich aus den Zeilen. Und definitiv ist ihr ein spannendes Experiment zu einer freien Schreibform gelungen.