Wunderbare Szenen, kein roter Faden

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walliliest Avatar

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Irgendwo tief im Osten, in Vorpommern, steht eine altes Haus in "Alleinruhelage" mit Garten am See. Die Datschensiedlung ist nicht weit entfernt und somit der Ärger vorprogrammiert.

Die namenlose Ich-Erzählerin aus Wien will dieses Haus verkaufen. Damit beginnt und endet das Buch. Das Haus hat sie gemeinsam mit dem namenlosen Ex-Mann aus Zürich als Wochendhaus zur Großstadtflucht aus Berlin erworben.

Im Laufe des Buches erzählt die Ich-Erzählerin, wie sie ihren Ex-Mann kennen gelernt hat, wie es mit den zwei Kindern und dem einen gemeinsamen lief und wie die Risse zur Trennung führten. Die Leserschaft lernt Walter und Hupfi kennen, die mit dem Ferienhaus in der Wachau, Alla aus Moldawien und Bollek aus Polen, die alles reparieren können, die "rote Socke" mit Stasivergangenheit Paul Woitek, die Sch'tis und einige Fledermäuse, Wühlmäuse und Hunde. Wir schnuppern auch etwas den Zeitgeist der Nachwendezeit, als sogar Seen an Privatpersonen verkauft wurden und Österreicher und Schweizer kritisch in den neuen Bundesländern beäugt wurden. Das Haus in "Alleinruhelage" ist die Konstante für zwei Jahrzehnte.

Meinung:
Die einzelnen Szenen und Charaktere fand ich wunderbar gezeichnet, immer mit einem leichten Schalk oder Situationskomik versehen. Die Sprache mit österreichischem Einschlag war für mich sehr bereichernd. Allerdings fehlte mir bei dem Buch der rote Faden. Einige Szenen werden mir sicher in Erinnerung bleiben, weil ich sie gelungen oder urkomisch fand, aber der Roman im Ganzen blieb mir doch etwas fremd, vermutlich weil er mich eher an eine Aneinanderreihung von Kolumnen erinnert hat.