Zwischenbilanz eines Lebens

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buecherfan.wit Avatar

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Im Mittelpunkt von Eva Menasses neuem Roman “Alleinruhelage“ steht eine Frau, die aus Wien stammt, lange in Berlin gelebt hat und mit ihrem Mann ein Wochenendhaus in Vogelsang in Vorpommern kauft. Nach dem Scheitern ihrer Ehe lässt sie das Haus von zwei sehr geschickten Handwerkern aus Polen und Moldawien renovieren, um es im Anschluss zu verkaufen. Dann überlegt sie es sich noch einmal anders und behält es weitere zehn Jahres. Nach gut zwanzig Jahren teilt sie dem Haus mit "Haus, ich verkaufe dich" (S. 209).
In dem Roman geht es um Deutschland in der Nachwendezeit, die Spannungen zwischen Ossis und Wessis, die grundsätzliche Schwierigkeit, als Fremde von einer Dorfgemeinschaft akzeptiert zu werden und natürlich um die zunächst glükliche, später scheiternde Ehe und neue, vorübergehende Beziehungen. Erschwert wir die Lektüre durch die Tatsache, dass die meisten Personen keine Namen haben, wobei Onkel Walter kein Verwandter ist, sondern ein Freund des Vaters der namenlosen Ich-Erzählerin und seine Frau Hüpfi natürlich nicht Hüpfi heißt. Die einzelnen Episoden der Geschichte sind weder personell noch zeitlich exakt zuzuordnen, was die Lektüre zusätzlich erschwert. Thematisch ist der Roman dabei durchaus interessant, weil er sich mit den Themen Heimat und Fremdheit befasst und anschaulich darstellt, dass man manchmal einen Schlussstrich unter Vergangenes ziehen und einen Neuanfang wagen muss. Für mich war der Roman zu verworren, um mich zu begeistern. An "Dunkelblum" kommt er n meinen Augen nicht heran. Schade.