Der Albtraum schlechthin!

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Marissa Irvine will ihren 4jährigen Sohn Milo von einem Playdate abholen. Sie klingelt an der ihr vorgegebenen Adresse, eine ihr unbekannte Frau öffnet ihr. Schnell wird klar, dass die Adresse nicht stimmt – ein Irrtum? Aber wo ist Milo? In der Schule wird ihr gesagt, dass er von dem Kindermädchen abgeholt wurde. Aber - Ana, sein Kindermädchen, hat frei, sie ist auch nicht zu erreichen, Milo bleibt verschwunden. Ein Horrorszenario!

Viele bieten ihre Hilfe bei der Suche nach Milo an, wenige sind wirklich engagiert. Und wie es so ist, sind die Hater und die Neider unterwegs, man spürt die Vorurteile, die süffisant verbreitet werden, wundert sich über jene, die an ihrem eigenen Vorteil interessiert sind. Unterschwellig hört man Anklagen, die unter dem Mantel des Mitgefühls direkt an der verlogenen Oberfläche wabern.

Milos Verschwinden und die Suche nach ihm ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Wobei Zeit und Orte wechseln, die Kapitel gehen Monate zurück, andere zählen die Tage, die seitdem vergangen sind. Dabei birgt jedes Kapitel ganz neue Erkenntnisse, die im nächsten schon wieder infrage gestellt werden, die wie Versatzstücke, wie Puzzleseine, in Position geschoben werden, dabei nicht immer passen, ausgetauscht werden und dann, so nach und nach, ein klareres Bild ergeben. „Jeder ist verdächtig. Niemand unschuldig.“ Die Polizei ermittelt, ihr entgeht so einiges, als Leser weiß man mehr. Und doch fehlt auch hier der Durchblick. Auch die Charaktere sind nicht zu durchschauen – kein einziger.

Wenn man meint, man hätte eine Richtung, wird man bald wieder eines Besseren belehrt. Nichts ist vorhersehbar, die raffiniert konstruierte Story bietet Spannung und Verwirrung bis zuletzt. Mich hat es sofort ins Geschehen gezogen, die beklemmende Atmosphäre zieht sich durchs Buch. Die knapp 450 Seiten lesen sich weg wie nix, man vergisst Zeit und Raum, ist voll und ganz im Geschehen.