Tolle Domestic-Suspense-Story!

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krimikabinett Avatar

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Vor einer Weile bin ich im englischsprachigen Bookstagram auf die Bücher von Andrea Mara aufmerksam geworden. Nun erscheint mit »Alles ihre Schuld« endlich das erste Buch der Irin in deutscher Übersetzung.

Wir steigen ohne Vorgeplänkel direkt auf Seite 1 in die Handlung ein. Marissa will ihren Sohn Milo von einem Playdate mit einem Freund abholen, doch unter der angegebenen Adresse lebt jemand ganz anders. Ein Versehen? Wohl kaum …

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive zweier Frauen erzählt: aus Marissas, die verzweifelt auf der Suche nach ihrem Sohn ist, und aus Jennys, mit deren Jungen Milo verabredet war. Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten und lassen sich, auch aufgrund des flüssigen Schreibstils, sehr gut und zügig lesen.

Das Buch startet so spannend, wie es klingt, und nimmt nach einem kleinen Durchhänger in der Mitte wieder Fahrt auf. Die Suche nach Milo gestaltet sich ein wenig schleppend, da realistischerweise die Polizei die Ermittlungsarbeit übernimmt. Hier hätten etwa 50 Seiten weniger dem Roman meiner Meinung nach gutgetan.

Auch die Bezeichnung »Thriller« könnte falsche Erwartungen wecken. Spannend ist »Alles ihre Schuld« zwar durchaus, dies jedoch eher im Sinne von Domestic Suspense. Wer hier nervenzerfetzende Spannung erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer hingegen psychologische Thriller mag, mit dem Fokus auf den Figuren, ihren Emotionen und Beziehungen untereinander dürfte voll auf seine Kosten kommen.

Ich hatte jede einzelne Figur mindestens einmal in Verdacht, etwas mit Milos Verschwinden zu tun zu haben. Zudem sind die Plottwists gekonnt plaziert, sodass ich immer kurz zuvor drauf gekommen bin – und mich sehr clever fühlen durfte.

Das Ende habe ich zwar schlussendlich kommen sehen, fand es aber sehr stimmig und gut aufgelöst.

Insgesamt habe ich »Alles ihre Schuld« sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher aus Andrea Maras Feder.