Verspricht interessant zu werden

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whatabout_nadine Avatar

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Mit dem Cover konnte ich zunächst wenig anfangen. Es wirkt ungewöhnlich und hat mich im ersten Moment eher auf Abstand gehalten als neugierig gemacht. Umso mehr hat mich dann aber der Klappentext angesprochen. Diese kurzen Einblicke klangen traurig, ehrlich und irgendwie unbequem, da wollte ich wissen, was dahinter steckt.

Schon die ersten Seiten zeigen deutlich, dass dies keine leichte oder beschönigte Geschichte werden will. Der Schreibstil ist dabei angenehm ruhig und flüssig und die Gedanken und Situationen entfalten ihre Wirkung. Man liest schnell weiter, obwohl vieles zwischen den Zeilen schwer wirkt.

Besonders interessant fand ich die Dynamik zwischen Laura und Miriam. Zu Beginn scheint ihre Freundschaft alles andere als ausgeglichen zu sein. Laura steht im Schatten, fühlt sich klein gemacht und wird weder in der Schule noch von Miriam wirklich ernst genommen. Sie wirkt wie jemand, der ständig versucht, seinen Platz zu finden und doch kaum gesehen wird. Gerade deshalb verändert die Diagnose plötzlich alles. Zum ersten Mal scheint Laura gebraucht zu werden. Sie bekommt Aufmerksamkeit, Verantwortung und vielleicht auch die Möglichkeit, jemand anderes zu sein als das stille Mädchen im Hintergrund.

Dabei fand ich spannend, dass die Geschichte diese Situation offenbar nicht einfach nur emotional erzählt, sondern auch die unbequemen Gedanken dahinter zulässt. Laura möchte für Miriam da sein, aber gleichzeitig spürt man, dass die Krankheit ihr auch etwas gibt. Nämlich Anerkennung, Bedeutung und das Gefühl, endlich wahrgenommen zu werden. Genau dieser Zwiespalt macht neugierig auf den weiteren Verlauf.

Ich frage mich, wie sich diese Beziehung entwickeln wird, wenn aus einer Diagnose Realität wird und wenn aus dem Wunsch, stark zu sein, echte Verantwortung entsteht. Leukämie ist kein Thema, das man leicht behandeln kann, und gerade deshalb hoffe ich, dass der Roman weiterhin so ehrlich bleibt und nicht nur Mitgefühl zeigt, sondern auch die schwierigen Seiten davon. Wie viel Selbstlosigkeit steckt wirklich hinter Fürsorge? Und wie verändert Krankheit einen Menschen, die eigentlich noch mitten im Erwachsenwerden stecken?

Die Leseprobe hat bei mir viele Fragen hinterlassen und genau das macht sie interessant. Keine Figur wirkt glatt, stattdessen scheint man dorthin zu schauen, wo Gefühle widersprüchlich werden und Menschen nicht immer nur gut handeln. Wäre schön es weiterlesen zu dürfen.