Ein großer Ronja von Rönne Fan!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
lucacml Avatar

Von

„Alles Liebe“ von Ronja von Rönne ist ein Erzählband, der aus vielen kurzen, sehr unterschiedlichen Geschichten besteht. Jede davon wirft einen kleinen Blick in ein Leben – manchmal mitten hinein in eine Beziehung, manchmal in einen ziemlich einsamen Moment oder in eine Situation, die schon fast wieder vorbei ist, bevor man richtig drin war. Es gibt keine klassische durchgehende Handlung, sondern eher viele kleine Ausschnitte, die sich wie Momentaufnahmen lesen. Erst nach und nach merkt man, dass sich trotzdem ein roter Faden ergibt: Themen wie Liebe, Erwartungen, Enttäuschungen und dieses ständige Suchen nach etwas, das sich richtig anfühlt. Die letzte Geschichte wirkt dann ein bisschen wie ein Abschluss, der die vorherigen Erzählungen nochmal zusammenzieht und ihnen im Nachhinein mehr Zusammenhang gibt.
Ich mochte das Buch vor allem, weil ich Ronja von Rönnes Schreibstil sowieso richtig gern habe – das war schon bei ihren anderen Büchern so, besonders bei „Ende in Sicht“. Sie schreibt so klar und gleichzeitig irgendwie distanziert, aber trotzdem trifft es oft genau ins Gefühl. Auch hier hat mir das wieder gut gefallen. Die einzelnen Geschichten lassen sich schnell lesen, man ist sofort drin und genauso schnell wieder raus, und genau das macht es irgendwie leicht und angenehm. Ich fand es schön, diese kurzen Einblicke in verschiedene Leben zu bekommen, ohne dass alles super ausführlich erklärt wird.
Am Ende ist „Alles Liebe“ für mich kein Buch, das jetzt ewig nachhallt oder mich lange beschäftigt, aber das muss es auch gar nicht. Es hat mich gut unterhalten, ich mochte die Sprache sehr und fand, dass die Geschichten echt klug zusammengestellt sind. Vor allem dieses Zusammenspiel am Ende, wenn sich alles ein bisschen zusammenfügt, hat mir gut gefallen. Insgesamt einfach ein leichtes, gut geschriebenes Buch, das man schnell wegliest und dabei trotzdem gerne drin bleibt.