Großartige Figuren & schmerzhafte Ehrlichkeit
Mit „Alles Liebe“ liefert Ronja von Rönne ein Buch ab, das vor allem eines ist: schonungslos ehrlich. Wer hier eine klassische, romantische Liebesgeschichte erwartet, liegt völlig falsch. Stattdessen beleuchtet Rönne die Abgründe, Lügen und Kompromisse, die wir im Namen der Liebe eingehen; oft erschreckend nah an der Realität.
Im Mittelpunkt stehen verschiedene Frauen, deren Schicksale auf unterschiedliche Weise ihre Lebenswege bestimmt haben: Laura, die schon früh gelernt hat, wie man Mitleid zu seinem Vorteil nutzt; Barbara, die ihre Einsamkeit in einem erfundenen Ehemann und Versandhauskatalogen ertränkt; Heike, die seit Jahrzehnten im Haus der Schwiegermutter feststeckt; und Christina, die versucht, die Welt durch Kunst erträglich zu machen.
Die Sprache ist pointiert, bittersüß und voll von schwarzem Humor. Dadurch schafft die Autorin es irgendwie, selbst tragische und fast grausame Momente mit einer humorvollen Leichtigkeit zu verbinden. Die Charaktere sind keineswegs perfekt: oft handeln sie fragwürdig oder egoistisch, aber genau das macht sie so menschlich und greifbar. Man schwankt beim Lesen ständig zwischen Irritation und Verständnis.
Die episodenhafte Struktur führt dazu, dass man sich manchen Figuren näher fühlt als anderen. Während einige Schicksale mich emotional komplett gepackt haben, blieben andere Erzählstränge für meinen Geschmack etwas zu distanziert oder abrupt aufgelöst. Dennoch mindert das den Lesegenuss nur minimal.
Im Mittelpunkt stehen verschiedene Frauen, deren Schicksale auf unterschiedliche Weise ihre Lebenswege bestimmt haben: Laura, die schon früh gelernt hat, wie man Mitleid zu seinem Vorteil nutzt; Barbara, die ihre Einsamkeit in einem erfundenen Ehemann und Versandhauskatalogen ertränkt; Heike, die seit Jahrzehnten im Haus der Schwiegermutter feststeckt; und Christina, die versucht, die Welt durch Kunst erträglich zu machen.
Die Sprache ist pointiert, bittersüß und voll von schwarzem Humor. Dadurch schafft die Autorin es irgendwie, selbst tragische und fast grausame Momente mit einer humorvollen Leichtigkeit zu verbinden. Die Charaktere sind keineswegs perfekt: oft handeln sie fragwürdig oder egoistisch, aber genau das macht sie so menschlich und greifbar. Man schwankt beim Lesen ständig zwischen Irritation und Verständnis.
Die episodenhafte Struktur führt dazu, dass man sich manchen Figuren näher fühlt als anderen. Während einige Schicksale mich emotional komplett gepackt haben, blieben andere Erzählstränge für meinen Geschmack etwas zu distanziert oder abrupt aufgelöst. Dennoch mindert das den Lesegenuss nur minimal.