Die Ambivalenz von Liebe
Ich kann Katja Riemann nur zustimmen: Ronja von Rönne schreibt umwerfend gut. Ihr Schreibstil ist treffend, oft sarkastisch, schonungslos ehrlich und humorvoll. Dadurch wird ihre Auseinandersetzung mit Themen wie Liebe, Beziehungen und den damit verbundenen Erwartungen, Enttäuschungen und Selbsttäuschungen besonders prägnant.
Sie nutzt häufig bildhafte Sprache, weckt durch Taktgefühl und Wortgewandtheit passende Assoziationen und erzeugt durch ihre starken Vergleiche sehr lebendige Bilder. Immer wieder habe ich mir einige Sätze mehrmals auf der Zunge zergehen lassen.
Nicht nur ihr Schreibstil ist großartig, auch die Kurzgeschichten selbst: Hier geht es um fünf Menschen mit schwierigen Themen, deren Emotionen und Gedanken ehrlich eingefangen werden, ohne ins Sentimentale zu verfallen. Man empfindet Mitgefühl, gleichzeitig wirkt es schockierend abstoßend. Wie ist das mit Liebe vereinbar?
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir Laura und ihre narzisstische Unfähigkeit zur Selbstreflexion, die ihre soziale Stellung an der Schule durch Manipulation und Berechnung verbessert. Jede ihrer Handlungen ist kalkuliert, jeder „Freundschaftsdienst“ ein Tauschgeschäft. Von außen wirkt sie wie eine treue Freundin – doch ihre wahren Absichten bleiben verborgen.
Dabei fällt ihr auch der Zufall in den Schoß: Als sich am 11. September die Welt in Schockstarre befand, wusste sie die Gunst der Stunde zu nutzen. So unverstellt, provokant und fesselnd geschrieben, ohne zu beschönigen oder zu verurteilen, dass ich jeden der fünf widersprüchlichen Abgründe und ihre zerstörerische Kraft interessant fand.
Da ich Kurzgeschichten sehr mag, hat mich besonders begeistert, wie die fünf Figuren – jeder mit seinen eigenen Illusionen und Selbsttäuschungen – zunächst ihre unabhängigen Geschichten erhalten, die dann am Ende aber gekonnt verwoben werden. Die Kurzgeschichten-Struktur verleiht dem Buch eine besondere Dynamik, während die übergreifenden Themen Lügen, Manipulation, Selbstbetrug, Macht und gesellschaftliche Erwartungen wie ein roter Faden wirken und die unschöne Wahrheit zeigen.
Dabei gilt: Liebe und Lügen können auf den ersten Blick wie Gegensätze wirken – schließlich wird Liebe oft mit Wahrhaftigkeit, Vertrauen und Echtheit assoziiert. Doch in der Realität gibt es komplexe Verbindungen zwischen beiden. „Alles Liebe“ sieht dort hin, wo es wehtut, ohne zu verurteilen, sondern versucht, das abstrakte Konzept der Liebe und die komplexen Verbindungen zu verstehen. Die Frage ist nicht, ob man lügt, sondern warum. Und ob die Lüge der Liebe dient – oder ihr schadet.
Mir hat „Alles Liebe“ sehr gefallen, weil es kurzweilig und trotzdem tiefgründig ist. Wer komplexe, ambivalente Figuren liebt, die weder gut noch böse sind, sondern einfach menschlich – mit all ihren Widersprüchen, Fehlern und Abgründen –, und Lust auf ein toll geschriebenes Buch mit Kurzgeschichten und subtil ineinandergreifenden Erzählbögen hat, wird hier fündig.
Sie nutzt häufig bildhafte Sprache, weckt durch Taktgefühl und Wortgewandtheit passende Assoziationen und erzeugt durch ihre starken Vergleiche sehr lebendige Bilder. Immer wieder habe ich mir einige Sätze mehrmals auf der Zunge zergehen lassen.
Nicht nur ihr Schreibstil ist großartig, auch die Kurzgeschichten selbst: Hier geht es um fünf Menschen mit schwierigen Themen, deren Emotionen und Gedanken ehrlich eingefangen werden, ohne ins Sentimentale zu verfallen. Man empfindet Mitgefühl, gleichzeitig wirkt es schockierend abstoßend. Wie ist das mit Liebe vereinbar?
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir Laura und ihre narzisstische Unfähigkeit zur Selbstreflexion, die ihre soziale Stellung an der Schule durch Manipulation und Berechnung verbessert. Jede ihrer Handlungen ist kalkuliert, jeder „Freundschaftsdienst“ ein Tauschgeschäft. Von außen wirkt sie wie eine treue Freundin – doch ihre wahren Absichten bleiben verborgen.
Dabei fällt ihr auch der Zufall in den Schoß: Als sich am 11. September die Welt in Schockstarre befand, wusste sie die Gunst der Stunde zu nutzen. So unverstellt, provokant und fesselnd geschrieben, ohne zu beschönigen oder zu verurteilen, dass ich jeden der fünf widersprüchlichen Abgründe und ihre zerstörerische Kraft interessant fand.
Da ich Kurzgeschichten sehr mag, hat mich besonders begeistert, wie die fünf Figuren – jeder mit seinen eigenen Illusionen und Selbsttäuschungen – zunächst ihre unabhängigen Geschichten erhalten, die dann am Ende aber gekonnt verwoben werden. Die Kurzgeschichten-Struktur verleiht dem Buch eine besondere Dynamik, während die übergreifenden Themen Lügen, Manipulation, Selbstbetrug, Macht und gesellschaftliche Erwartungen wie ein roter Faden wirken und die unschöne Wahrheit zeigen.
Dabei gilt: Liebe und Lügen können auf den ersten Blick wie Gegensätze wirken – schließlich wird Liebe oft mit Wahrhaftigkeit, Vertrauen und Echtheit assoziiert. Doch in der Realität gibt es komplexe Verbindungen zwischen beiden. „Alles Liebe“ sieht dort hin, wo es wehtut, ohne zu verurteilen, sondern versucht, das abstrakte Konzept der Liebe und die komplexen Verbindungen zu verstehen. Die Frage ist nicht, ob man lügt, sondern warum. Und ob die Lüge der Liebe dient – oder ihr schadet.
Mir hat „Alles Liebe“ sehr gefallen, weil es kurzweilig und trotzdem tiefgründig ist. Wer komplexe, ambivalente Figuren liebt, die weder gut noch böse sind, sondern einfach menschlich – mit all ihren Widersprüchen, Fehlern und Abgründen –, und Lust auf ein toll geschriebenes Buch mit Kurzgeschichten und subtil ineinandergreifenden Erzählbögen hat, wird hier fündig.