Liebe ist manchmal wie Schluckauf.

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luisabella Avatar

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»Die meisten Menschen sind ein Leben lang in Beziehungen und lieben einander ab und zu, manchmal ein bisschen, spontan gar nicht, dann wieder mehr, aber für sie war es nun eindeutig. Da waren keine Zweifel. Sie liebte ihn nicht mehr. […] Sie hasste ihn auch nicht. Alle Gefühle ihm gegenüber waren einfach weg, wie ein Schluckauf, der plötzlich verschwindet.« Christina (165)

Das kann nur Ronja von Rönne: Liebe mit Schluckauf vergleichen. Und wie gut sie das kann 😮‍💨 In »ALLES LIEBE« schreibt Ronja von Rönne von den Momenten, in denen Menschen sich entscheiden und entscheiden müssen. Ob das immer die richtige Entscheidung ist, bleibt dabei wertoffen, wird einfach menschlich beschrieben: Wir sind Menschen, wir lieben, wir leben und wir entscheiden uns. Zunächst wirken die Kapitel wie eigenständige Kurzgeschichten. Erst nach und nach entfaltet sich daraus ein Roman – und genau darin liegt für mich Ronja von Rönnes große erzählerische Kunst.

Nichtsdestotrotz waren einige Teile des Romans gar nicht mal so einfach zu lesen. Das Lesen fühlt sich an wie eine Shaktimat: unbequem, manchmal schmerzhaft – und gerade deshalb möchte man nicht aufhören. Ein Roman, der unbequem ist, der verschiedene Perspektiven zeigt und unsere moralischen Vorstellungen und Empathie fordert. Am sympathischsten war mir Christina, wie sie anfängt für sich selbst einzustehen und ihren Weg zu gehen.

»Wie sagt man jemandem, dass man ihn nicht mehr liebt? Vielleicht genauso, wie man zum ersten Mal wIch liebe dich« sagt. Spontan, ohne Anlass …« (166)

Ronja von Rönne erzählt nicht von DER großen Liebe und DER einen Wahrheit – sondern davon, wie kompliziert das Leben und die Liebe sein kann. I LIKE! Große Empfehlung für Ronja von Rönne’s Schreiben und neustem Roman ❤️‍🩹