Macht nachdenklich!

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smilla.liest Avatar

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"Alles Liebe" ist ein Episodenroman mit fünf kurzen Geschichten von Menschen, die sich mit kleinen Alltagslügen behelfen. Doch manche dieser Notlügen verselbständigen sich, werden zu kapitalen Lebenslügen.

Da ist zum Beispiel die Schülerin Laura, die sich durch Lügen interessanter machen will. Oder die verwaiste Mutter Barbara, die sich in eine Scheinwelt flüchtet und sich das Leben schöner lügt.

Für einige der Menschen konnte ich leicht Mitgefühl und Verständnis aufbringen, das Verhalten anderer löste bei mir dagegen leichtes Entsetzen und auch Abneigung aus.

Faszinierend ist dabei: die Geschichte wirkt zunächst sehr fragmentiert, doch irgendwann versteht man wie die Ausschnitte zusammenhängen und wo sich die Wege der Menschen kreuzen.

Das Buch lebt von den leisen Zwischentönen, lässt durch den abrupten Wechsel zwischen den Kurzgeschichten auch gerne mal etwas offen. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, bis zum welchem Punkt Lügen moralisch vertretbar sind und wo ich die Grenze setzen würde.

Fazit: klug konstruiert und voller authentischer Figuren!