Tolle Betrachtungen

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Hallo ihr Lieben,
heute habe ich meinen Rezension zu „Alles Liebe“ von Ronja von Rönne für euch. Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich den Klappentext super fand und mich auf tiefgründige Inhalte gefreut habe. Das Buch wird als Roman beworben, aber eigentlich ist es kein Roman, sondern verschiedene Kurzgeschichten, die zum Teil miteinander verwoben sind. Das sollte man, finde ich, vorher wissen, um dann mit den richtigen Erwartungen an die Inhalte ran gehen zu können.

Die Geschichten sind so unterschiedlich, wie die Figuren, die wir als Leser*innen dabei begleiten und die Themen sind aus dem Leben gegriffen und doch etwas mehr. Der Schreibstil von Ronja von Rönne hat mir gut gefallen. Die Autorin schreibt flüssig und schafft es eine Nähe zwischen Leser*innen und Charakteren herzustellen, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Was sie aber ganz besonders gut kann ist genau hinzusehen und Grauzonen und provokante Lebens- und Denkbereiche, auch in unserer Gesellschaft, gnadenlos zu beleuchten. Ich habe es beim lesen oft so empfunden, dass sie auch den Leser*innen den Spiegel vorhält, was dazu führte, dass ich mich unweigerlich selbst hinterfragt habe, wie ich manches einordnen würde.

Die Autorin und die Inhalte der Geschichten beleuchten das Leben, die Liebe, Verluste, Lügen, Egoismus, psychische Probleme, Kontroverse und regen zum Nachdenken und Reflektieren an. Ich habe mich auch dabei ertappt über meine eigenen Voreingenommenheit in bestimmten Themenbereichen zu stolpern, was das Buch etwas unbequem, aber gerade dadurch auch so gut gemacht hat.

Die Charaktere in den Geschichten sind einzigartig und facettenreich und wenige, vielleicht sogar keiner, könnten als „Everybodys Darling“ durchgehen und genau das habe ich geliebt. Figuren mit Ecken und Kanten, die ich begleiten konnte und die durch verschiedenste Handlungen Emotionen bei mir wecken konnten von Mitgefühl, Traurigkeit, Wut, jemanden zur Rede stellen wollen und die Erkenntnis, dass die Autorin durch die erzählten Geschehnisse die Leser*innen lenken kann und das niemand gänzlich vor Manipulation geschützt oder von Voruteilen frei ist, war an Gedanken alles dabei. Am meisten berührt und nachdenklich gestimmt haben mich die Geschichten um Laura als Erwachsene und Christina.

Wer Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind und doch etwas tiefer gehen lesen möchte, sich gerne mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert und sich auch mal selbst hinterfragt, sollte sich „Alles Liebe“ näher anschauen. Falls ihr die Möglichkeit habt es in einer Leserunde zu lesen, kann ich das nur empfehlen. Die Inhalte sind spannend und perfekt, um sich darüber mit anderen auszutauschen.