tolle locker miteinander verbundene Kurzgeschichten
Vier Frauen stehen mit ihren schmerzhaften Lebenskonstrukten im Mittelpunkt dieses Buches. Laura lernt bereits als Kind, wie sich Mitleid für die eigene Wirkung nutzen lässt und erschafft sich eine Lügenwelt, um überhaupt gesehen zu werden. Barbara kompensiert ihre Einsamkeit, indem sie ihr leeres Haus mit Versandhauskatalogen und der Behauptung über einen fiktiven Partner füllt, weil sie anders nicht zu überleben weiß. Heike verharrt seit drei Jahrzehnten im Eigentum ihrer Schwiegermutter und sehnt sich vergeblich nach einem gestaltbaren Garten, während Christina ihre Realität durch Miniaturkunst schrumpft, um in der echten, großen Welt nicht unterzugehen. Ergänzt werden diese Schicksale durch Matti, der unter seiner Arbeitskollegin leidet und einen unrühmlichen Weg wählt, um sich zur Wehr zu setzen.
Das Buch war völlig anders als erwartet. Statt des erhofften stringenten Romans bekam ich lose verknüpfte Kurzgeschichten, die sich erst ganz am Ende miteinander verbinden. Jede einzelne Erzählung über Selbstzweifel, Täuschung, Lügen, Einsamkeit und Schmerz hat mich emotional berührt, gleichzeitig hätte ich mir eine in sich direkt zusammenhängende Geschichte gewünscht. Die Schicksale hallen lang in mir nach, gerade weil die Protagonisten fernab jeglicher Stereotypen agieren. Richtig identifizieren kann ich mich nicht mit den Figuren, auch wenn ich manche ihrer Gedanken nachvollziehen konnte, nicht aber die extremen Handlungen, die daraus resultierten. Und trotz des Aufbaus mit den Kurzgeschichten hat das Buch eine unglaubliche Sogwirkung auf mich entwickelt.
Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet. Sie wirken plastisch, scharf umrissen und in all ihren psychologischen Abgründen absolut greifbar. Ronja von Rönne nutzt einen modernen, pointierten Schreibstil, der perfekt auf die jeweilige Figur zugeschnitten ist. Durch die klare Sprache entsteht eine unmittelbare Nähe zu den Welten dieser Menschen. Dennoch wäre mit ein stärkerer Zusammenhang der fünf Lebenswelten lieber gewesen, und ich hätte ein festes Romangefüge den fünf einzelnen Geschichten vorgezogen. Die thematische Klammer um Selbstliebe und die unschönen
Das Buch war völlig anders als erwartet. Statt des erhofften stringenten Romans bekam ich lose verknüpfte Kurzgeschichten, die sich erst ganz am Ende miteinander verbinden. Jede einzelne Erzählung über Selbstzweifel, Täuschung, Lügen, Einsamkeit und Schmerz hat mich emotional berührt, gleichzeitig hätte ich mir eine in sich direkt zusammenhängende Geschichte gewünscht. Die Schicksale hallen lang in mir nach, gerade weil die Protagonisten fernab jeglicher Stereotypen agieren. Richtig identifizieren kann ich mich nicht mit den Figuren, auch wenn ich manche ihrer Gedanken nachvollziehen konnte, nicht aber die extremen Handlungen, die daraus resultierten. Und trotz des Aufbaus mit den Kurzgeschichten hat das Buch eine unglaubliche Sogwirkung auf mich entwickelt.
Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet. Sie wirken plastisch, scharf umrissen und in all ihren psychologischen Abgründen absolut greifbar. Ronja von Rönne nutzt einen modernen, pointierten Schreibstil, der perfekt auf die jeweilige Figur zugeschnitten ist. Durch die klare Sprache entsteht eine unmittelbare Nähe zu den Welten dieser Menschen. Dennoch wäre mit ein stärkerer Zusammenhang der fünf Lebenswelten lieber gewesen, und ich hätte ein festes Romangefüge den fünf einzelnen Geschichten vorgezogen. Die thematische Klammer um Selbstliebe und die unschönen