Über Eigenheiten und Akzeptanz

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anna7598 Avatar

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Mit „Alles Liebe“ legt Ronja von Rönne einen Roman vor, der die Figuren durch persönliche Krisen begleitet und die Frage stellt, wie Nähe, Liebe und Selbstfindung miteinander verbunden sind. Die Handlung lebt dabei weniger von großen Wendungen als von den Gedanken und Entwicklungen der Charaktere.

Das Cover gefällt mir gut, weil es schlicht und zugleich ausdrucksstark gestaltet ist. Es weckt Neugier und passt zur ruhigen, nachdenklichen Stimmung des Romans. Auch die hochwertige Gestaltung des Buches trägt zu einem angenehmen Leseeindruck bei.

Ebenfalls überzeugt hat mich der Schreibstil von Ronja von Rönne. Sie schreibt pointiert und es gelingt ihr, ernste Themen sensibel zu behandeln, ohne dabei zu schwer oder belehrend zu wirken. Einige Passagen regen zum Nachdenken an und bleiben auch nach dem Lesen noch im Gedächtnis.

Die Figuren haben Ecken und Kanten, treffen nicht immer nachvollziehbare Entscheidungen und wirken gerade dadurch glaubwürdig. Zum Beispiel geht es um das Erfinden von Menschen und Geschichten, um den Wunsch nach Aufmerksamkeit zu stillen, die eigenen Sorgen und Unsicherheiten zu überspielen und gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Und da sind Welten, die aufeinanderprallen und Konflikte auslösen: Der einen gibt strikte Ordnung ein Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit, während die andere sich nach Veränderungen sehnt. Es ist interessant zu lesen, wie die Figuren sich verhalten und auf die Eigenheiten der Menschen um sie herum reagieren.

Das Buch hat mich vor allem angesprochen, weil es alltägliche Fragen und Gefühle aufgreift, mit denen sich viele Leserinnen und Leser identifizieren können. Ronja von Rönne zeigt erneut, dass sie gesellschaftliche und persönliche Themen miteinander verbinden kann, ohne einfache Antworten zu liefern. Wer bereits andere Texte der Autorin kennt, wird ihren unverwechselbaren Stil auch hier wiedererkennen.

Insgesamt hat mir „Alles Liebe“ gut gefallen. Es ist ein kluger, sprachlich gelungener Roman, der zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt.