Überrascht, berührt und hallt lange nach!

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Darum geht es:
Vier Frauen, die sich an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens befinden. Laura hat schon früh gelernt, wie sich Mitgefühl beeinflussen lässt. Barbara begegnet ihrer Einsamkeit mit einer selbst erschaffenen Wirklichkeit. Heike blickt auf Jahrzehnte zurück, in denen sie ihre eigenen Wünsche immer wieder zurückgestellt hat. Und Christina versucht, die Welt durch ihre Kunst kleiner und damit erträglicher zu machen.

Zunächst scheinen ihre Lebenswege nichts miteinander zu tun zu haben. Doch nach und nach verweben sich ihre Geschichten auf unerwartete Weise.

Mein Leseeindruck:
Mit großen Erwartungen bin ich in diesen Roman gestartet. Was mich schließlich erwartet hat, hat meine Vorstellungen jedoch deutlich übertroffen.

Lange hatte ich das Gefühl, die Geschichten der einzelnen Frauen einfach zu begleiten. Erst nach und nach setzte sich für mich das große Ganze zusammen. Und dann kam dieser eine Moment, in dem ich plötzlich dachte: Jetzt verstehe ich den Roman. Diese Entwicklung habe ich so überhaupt nicht kommen sehen und genau das hat die Geschichte für mich so besonders gemacht.

Ronja von Rönne erzählt von Menschen, die sich nach Nähe, Anerkennung und Zugehörigkeit sehnen und dabei immer wieder mit ihren Gefühlen, Entscheidungen und inneren Konflikten ringen. Sie zeigt eindrucksvoll, wie schmal der Grat zwischen Liebe und Einsamkeit, Wahrheit und Selbsttäuschung sein kann. Hinter scheinbar alltäglichen Situationen verbergen sich tiefe seelische Verletzungen, unerfüllte Sehnsüchte und menschliche Abgründe.

Besonders beeindruckt haben mich die vielschichtigen Charaktere. Jede von ihnen bringt ihre eigene Geschichte mit und nach und nach wird deutlich, wie eng ihre Schicksale miteinander verbunden sind. Die Autorin zeichnet ihre Figuren mit großer Tiefe und macht sie auf ihre ganz eigene Weise greifbar.

Und dann dieses letzte Kapitel. Damit hat mich die Autorin noch einmal vollkommen überrascht. Plötzlich ergab vieles einen neuen Sinn und genau dieser Moment hat den Roman für mich noch einmal auf eine andere Ebene gehoben.

Auch wenn Alles Liebe keine leichte Lektüre ist und durchaus emotionale sowie bedrückende Themen behandelt, habe ich den Roman ausgesprochen gern gelesen. Er lebt von seinen Figuren, seinen leisen Zwischentönen und einer Geschichte, die ihre volle Wirkung erst nach und nach entfaltet.

Fazit:
Alles Liebe ist ein tiefgründiger und bewegender Roman, der überrascht, berührt und lange nachhallt. Wer vielschichtige Figuren, psychologische Tiefe und Geschichten liebt, die sich erst nach und nach vollständig entfalten, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen. ❤️