Wirklich ALLES LIEBE?

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leseclau Avatar

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Ein recht ungewöhnliches Buch hat Ronja von Rönne da geschrieben. Fünf Geschichten über – ja, über was eigentlich? Der Titel mit „Alles Liebe“ trifft es für mich irgendwie nicht so ganz. Für mich geht es eher um Bindungswünsche, Verlorenheit, Verlust, Verrat und Selbstwert. Vielleicht kann man das mit „Alles Liebe“ überschreiben, weil auch diese Fassetten dazu gehören?

Die Geschichten erzählen von Menschen, die aus der Bahn geworfen werden. Mit einer konsequenten Unausweichlichkeit steuern sie auf Ihr Unglück zu, ohne einen Ausweg zu sehen. Das macht das Lesen durchaus anstrengend.

Ronja von Rönnes Schreibstil ist bestechlich klar, ohne Schnörkel. Diese Direktheit lässt mich tief in die Geschichten eintauchen und die Schicksale mit Spannung verfolgen, jedoch ohne, dass ich emotional gefangen werde. Manche besonders schönen Formulierungen lassen mich innehalten, manchmal blitzt ein ganz feiner Humor durch das Geschriebene, der mich Sätze zweimal lesen lässt.

Mir gefällt, dass die einzelnen Geschichten Berührungspunkte haben. Diese zeigen sich meist erst in der Mitte, was für mich die Neugier auf die Verbindung zwischen den Menschen weckt.

Optisch ist das Buch toll gestaltet. Knallige Farben, außen wie innen, machen es zum Hingucker.