Zwischen Einsamkeit und Selbstfindung

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In ihrem Roman „Alles Liebe“ stellt uns Ronja von Rönne in 5 Kurzgeschichten Menschen vor, die ihre eigene Liebes und Leidensgeschichte erzählen. Die Palette ist breit gefächert, von Laura, die die Krankheit der Freundin nutzt, um sich selber durch Verbreitung von Lügen in den Mittelpunkt zu stellen, über Heike, die von der Schwiegermutter traktiert wird und das über Jahrzehnte erträgt, bis hin zu Barbara, die nach dem Tod der Tochter völlig den Halt verliert und sich in eine Parallelwelt flüchtet, in der sie sich in eine Figur aus einem Katalog verliebt. Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig. Keine von ihnen ist eindeutig gut oder böse. Alle machen Fehler, verletzen andere oder werden selbst verletzt. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht sie menschlich und nachvollziehbar. Sehr gelungen fand ich die letzte Episode in der die Figuren aus den ersten Geschichten noch einmal auftauchen und in die Handlung integriert werden. Die Geschichten haben mich mal berührt, mal erschreckt und auf jeden Fall nachdenklich zurückgelassen. Die Autorin hat einen klaren, präzisen Schreibstil, in dem immer mal wieder eine gehörige Portion Humor eingeflochten wird. Sie verzichtet auf ausschweifende Erklärungen und setzt auf treffende, knappe Formulierungen. Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde sicher noch das ein oder andere Werk von ihr lesen.