Kopfüber

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archer Avatar

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Ein paar seltsame Todesfälle halten die Kriminalisten um Oliver von Bodenstein auf Trab. Ein bekannter Bauunternehmer stirbt auf qualvolle Weise, weil er kopfüber vom Balken in seinem neuesten Projekt, einem Frankfurter Turm, hängt. Ein ehemaliger Investor, der auch noch eng mit einem aus dem Team verwandt ist, stirbt auf beinahe dieselbe Weise - indem er ebenfalls kopfüber, allerdings von einem Baum, hängt. Diese Morde scheinen auch etwas mit dem Tod einer Unternehmersgattin zu tun zu haben, die in ihrem brennenden Haus stirbt. Und alle Spuren scheinen direkt zu einer KI-Firma zu laufen, deren Gründer vor einigen Jahren tödlich verunglückt ist und die kurz vor einem Milliardendeal mit den Amerikanern steht ...

Ich gebe zu, ich habe mich mit diesem Buch echt schwer getan. Es war so langatmig. Ständig diese POVs von Leuten, die mich null interessiert haben und die eh alle aus demselben Kreisen stammten: von den Reichen und Mächtigen. Überhaupt habe ich hier ständig das Gefühl gehabt, die Autorin schwelge regelrecht in diesem Milieu, wenn sie ausgerechnet ihre Charaktere ständig teuren Wein oder Schampus trinken oder in teuren Restaurants einkehren oder darüber nachdenken ließ, millionenschwere Wohnungen oder Häuser zu kaufen. Besonders Pia ging mir dermaßen auf den Senkel mit ihrer Art, über Afrika und ihren (Noch)Mann Christoph zu denken. Das war alles nicht gut genug, weil sie nicht täglich fließend Wasser hatte und sich niemand um sie kümmerte. Um Pia Sanders muss sich mindestens die Welt drehen, sonst passt das alles nicht. Dann die Sache mit Kirchhoffs Bruder - weiß jetzt nicht, was ich davon halten soll. Hat er gut weggesteckt - aber klar, Pia hat ihn ja unterstützt. Natürlich nur, weil er jetzt plötzlich ein ganz anderer Mensch ist als früher, der sich um 180 Grad gedreht hat. Das ging mir alles so sehr auf die Nerven, dass ich mich immer richtig zwingen musste weiterzulesen.

Richtig unangenehm war auch der Handlungsstrang mit Geraldine. In meinen Augen hat sie alles richtig gemacht, aber dargestellt wurde sie, als wäre sie die Person ohne Gewissen. Mir gab es da eindeutig zu wenig Reflexion in Bezug auf das Thema KI und den Schaden, den die KI anrichten kann, wenn sie mal so weit ist, wie in der Brinkhoff Group. Die Idee allgemein und die Todesfälle fand ich spannend, die Umsetzung hingegen ziemlich mau und mit viel zu viel persönlichem Bezug. 2.5/5 Punkten.